GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Kindermann, Barbara
Titel Die Räuber - nach Friedrich Schiller
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Ensikat, Klaus
ISBN 978-3-934029-36-1 Reihe Weltliteratur für Kinder
Verlag Kindermann, Berlin, 2010
Seitenzahl 36 Preis 15,50 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung / Bilderbuch
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Friedrich Schillers Sturm und Drang Drama “Die Räuber” neu nacherzählt und in Bilder umgesetzt.
Beurteilungstext Weltliteratur für Kinder - ein nicht leichtes Unterfangen! Barbara Kindermann hat Friedrich Schillers Drama “Die Räuber” neu, in heutiger Sprache erzählt, gespickt mit Originalzitaten in Kursivschrift. Der Text hält sich dabei an die Vorlage der Sturm und Drang Fassung, versucht jedoch die Sprache für den jungen Leser klarer und verständlicher zu gestalten. Der Inhalt ist nach wie vor aktuell und auch spannend: Karl Moor, ältester und schöner Sohn eines fränkischen Grafen, begeht während seiner Leipziger Studienzeit eine Dummheit. Doch reuevoll bittet er in einem Brief den Vater ins Schloss und zu seiner geliebten Amalia zurückkehren zu dürfen. Aber Karls eifersüchtiger und missgünstiger Bruder Franz fängt den Brief ab und durch seine Intrigen veranlasst dieser den Vater dazu, Karl zu verstoßen. Daraufhin zieht Karl mit einigen Kameraden in die Wälder und versucht erlittenes Unrecht als Räuberhauptmann zu rächen. Er kehrt sogar ins Schloss zurück und kann den Vater aus einem Verlies befreien. Als Franz erkennt, dass sein Betrug an Vater und Bruder aufgedeckt ist, richtet er sich selbst. Doch auch Karl, der seine Amalia wieder in die Arme schließen kann, stellt sich der Gerechtigkeit, vollbringt dabei aber noch eine gute Tat, wie es seinem Naturell entspricht.
Um große Literatur Kindern begreifbar und erlebbar zu machen, bedarf es auch der Visualisierung, hier der Illustrationen. Klaus Ensikat hat das Drama in seinem eigenwilligen Stil illustriert. Dabei wird jeder Textseite eine ganzseitige Illustration gegenübergestellt. Auf den ersten Blick muten die Illustrationen im kolorierten Federstrichstil etwas antiquiert an. Sie entsprechen jedoch und führen den Betrachter in die damalige historische Zeit der “Räuber” des 18.Jahrhunderts. Die reale Darstellung enthält viele kleine Details, die teilweise an Wimmelbilder erinnern, und wird auch verzerrt durch skurrile Details, die ins Bild eingefügt werden sowie Veränderungen der Perspektive, was den Betrachter zu genauem Hinschauen veranlasst. Die Personen sind skurril, fast karikaturhaft dargestellt, was befremdet, aber auch gleichzeitig zum Nachdenken / Hinterfragen anregt.
Die aufwendige Aufmachung mit Halbleinenrücken sowie die Anmerkungen zu Dichter, Erzählerin, vorliegendem Werk und Illustrator machen das Buch nicht nur für junge Leser ab 13 Jahren empfehlenswert und zeichnet die Reihe “Weltliteratur für Kinder” aus.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 RPMK, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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