GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Twain, Mark
Titel Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Hauptmann, Tatjana
ISBN 978-3-257-00890-6 Reihe
Verlag Diogenes, Zürich, 2010
Seitenzahl 797 Preis 29,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe
Inhaltsangabe Zwei Abenteuergeschichtensammlungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die sich um zwei Jungen ranken und um einen Fluss, aber auch um die Gesellschaft der USA im mittleren Süden - wie sie ein Mann, der inzwischen im europäisch geprägten Osten wohnte, aus seiner Erinnerung holte. Erst, wer diese Geschichten kennt, versteht viele Anspielungen - auch der "großen" Erwachsenenliteratur.
Beurteilungstext Was Michel und Pippi Langstrumpf für die europäische Kinder- und Erwachsenenwelt sind, das trifft für Tom Sawyer und Huckleberry Finn für die US-amerikanische zu - mit Auswirkungen auch nach Europa, war es doch (neben Karl May, aber das ist ein anderes Thema) oft die einzige Quelle, die die Menschen hier zu ihrem Bild der Menschen im mittleren Westen und Süden verhalfen.
Mark Twain erzählt viele kleine Episoden, die beiden Jungen dienen dabei als verbindendes Glied. Kolorit bekommen sie dadurch, dass Twain mindestens vier Slang-Sprachen verwendet, und dadurch, dass seine Helden gar keine sind, sondern eher Ausgestoßene, besonders Huckleberry, der sich vor seinem Vater, einem gefürchtete Säufer, verstecken muss, ja, sogar seinen eigenen Tod inszeniert, damit er endlich seine Ruhe hat. Dass er dadurch den "Nigger" Jim in Teufels Küche bringt, war natürlich nicht verabredet, führt aber dazu, dass beide zusammen noch weitere "Abenteuer" erleben.
Beide Bücher sind jeweils ohne das andere verständlich, komplett ist die Geschichte natürlich aber erst durch beide, obwohl Mark Twain am Ende von Tom schreibt, dass die Erzählung nicht viel weiter geführt werden könne, so hat er es sich doch noch einmal überlegt, und nur die beiden Hauptrollen vertauscht.

Zu einer Neuauflage kommt immer auch die Frage der Illustration und der Übersetzung. Hier liegt die Übersetzung von Lore Krüger und die Anmerkungen von Karl-Heinz Schönfelder vor, wie sie in der Ausgabe von 1962 beim Aufbau Verlag Berlin erschien. Die Illustrationen nun sind von Tatjana Hauptmann und leider nur in schwarz-weiß gedruckt. Wie schön sie hätten sein können, kann man dem Schuber und den beiden Einzeltitelbildern entnehmen, wo die Illustratorin mit den aquarellierten Bildern einen nachhaltigen Eindruck gibt vom Mississippi und der Zeit der Raddampfer. Die Bleistiftzeichnungen zeigen aber dennoch auch die skurrilen Gestalten wie sie Mark Twain erschaffen hat und geben uns fast karikaturhafte Einblicke in diese Welt.
Sehr interessante Einblicke geben uns auch die Anmerkungen, die uns einige Anspielungen zu verstehen geben und viele geschichtliche Hintergründe. Die Erklärung des Pseudonyms "Mark Twain" stammt vom Verlag: Das bedeutet nämlich "Zwei Faden, und gemeint sind "zwei Faden Tiefe, die sichere Tiefe für einen Dampfer auf dem Mississippi.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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