GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Freund, Wieland
Titel Der schwarze Karfunkel Der Geist von Zweiseelen
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-407-79969-2 Reihe Der schwarze Karfunkel
Verlag Beltz, Weinheim, 2010
Seitenzahl 147 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Gruselgeschichte
Zielgruppe 12-13
Inhaltsangabe Der Waisenjunge Anders lebt auf einem einsamen Gut, dessen Besitzer Steine sammelt und naturwissenschaftliche Studien treibt und gegen Aberglauben kämpft. Als er den geheimnisvollen schwarzen Karfunkel für seine Sammlung kauft, gerät er in große Gefahr.
Beurteilungstext Dieses Buch gibt sich sehr geheimnisvoll. Besonders in der ersten Hälfte spielen Aberglaube, Zauberei und Schreckgebilde eine überaus starke Rolle. Erst im 2. Teil wird dem Leser klar, dass der Autor im Grunde gerade dagegen ankämpft, indem er die Identifikationsfigur für den jungen Leser, Anders, erkennen lässt, dass alle unheimlichen Ereignisse und Schreckensfiguren natürliche Ursachen haben und diejenigen, die daran glauben, als dumme Bauern übers Ohr gehauen werden. Beim Herausfinden der Wahrheit wird Anders von dem Hausierermädchen Thekla, die sehr viel mutiger und realistischer ist als er, tatkräftig unterstützt. Der Mönch Bram, eigentlich ein frommer Mann, ist so von der "Wahrheit" dessen, was die Kirche zur Zeit dieser Erzählung glaubt, überzeugt, dass er lieber Verbrechen begeht als die engen Grenzen seines Denkens zu übersteigen. Schließlich siegen die Guten, wie so üblich. Der schwarze Karfunkel übersteht sogar eine Feuersbrunst, vielleicht soll er ein Symbol sein für das freie Denken? Die Geschichte überzeugt aus einigen Gründen nicht: Einmal steht ein Stein im Mittelpunkt, über den man nur Rätselhaftes erfährt, Rätselhaftes, das absolut nicht aufgeklärt wird; zudem ist dieser Band die 2. Erzählung um den schwarzen Stein und weitere Bände sollen folgen, da kann natürlich noch keine Aufklärung erfolgen! Außerdem hängt der Leser geschichtlich in der Luft; man weiß nur, dass das 17. Jahrhundert vorbei ist und unsere Zeit wohl noch nicht angefangen hat. Auch die beteiligten Personen werden nicht ausgearbeitet; sie haben nur Bedeutung im Hinblick auf diese Geschichte. Auch die Atmosphäre wird betont unheimlich gehalten. Ein Buch, das zwischen Fantasy-Roman und Parabel schwankt und nicht überzeugt.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 UH, Baden-Württemberg

  in der AJuM Datenbank Ja
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