GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Docherty, Jimmy
Titel Der große Baresi
Übersetzer / Originalsprache Höfker, UllaEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-401-50164-2 Reihe
Verlag Arena, Würzburg, 2010
Seitenzahl 224 Preis 6,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Klassenlesestoff
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Kriminalerzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Jake ist wirklich nicht zu beneiden: Er lebt nicht nur in einer der miesesten Gegenden von Glasgow, sondern er ist auch noch auf der untersten Stufe der sozialen Fresskette. Doch er hat Köpfchen: Als ihm das Herumgeschubse, Ausgeraube und Verprügeltwerden endgültig reicht, erfindet er mit seinen nicht minder dysfunktionalen Freunden einen Obergangster, vor dem bald alle zittern…
Beurteilungstext Eben der große Baresi: Von der Viererbande mit einer wahrhaft beeindruckenden Vita ausgestattet, mischt Baresi die örtliche Unterwelt auf: Mafia- und Triadenbanden, korrupte Bullen und unschuldige Ex-Knackis werden in einen Strudel gezogen, auf dem Jake zunehmend die Balance verliert.
Man muss diesen Roman aus Jakes vorlauten Erzählerklappe einfach mögen. Dies beginnt schon bei der ersten Szene: Jake wird von den Dubble-Schwestern, zwei übergewichtigen, aber einfältigen Kleinkriminellen, seines Einkaufsbudgets entledigt und wehrt sich heldenhaft verbal, aber vergeblich - diese Alltagsbrutalität entfaltet eine Wirkung, die stringent bis zum Ende führt. Jimmy Docherty, im Hauptberuf Werbeautor, hat seinen Erstling so straff durchkomponiert und mit einer Vielzahl höchst farbigen Charaktere angereichert, die, wenngleich hart an der Grenze zur Karikatur, nie erzählerisch unglaubwürdig werden: Von den Dubbles über den Vorortpaten Cortesi zu Jakes verdauungsgestörter Großmutter sind alle klar gezeichnet.
Dabei ist "Der große Baresi" beileibe nicht seicht: In der ganzen Situationskomik steckt auch viel Situations- und Sozialkritik: Die sozialdarwinistische Ghettoexistenz wird nicht beschönigt oder weichgezeichnet, sie ist eben da - am ehesten kann man den Ansatz mit dem der hardboiled-Kriminalromane vergleichen, die auch stilistisch so manche Anleihe geliefert haben.
Die Fortsetzung scheint schon in Arbeit zu sein - her damit, aber schnell.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 jr, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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