GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Steinert, Dore
Titel Der Rattenfänger
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-468-20553-( Reihe Englisch Deutsch BoyZone
Verlag Langenscheidt, Berlin / München, 2010
Seitenzahl 120 Preis 6,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe 10-11
14-15
Inhaltsangabe David und Lotte sind der Eltern wegen nach England gezogen, wo sie englisch sprechen müssen. Zuhause aber weigern sie sich. David macht mit seinen neuen Nachbarn merkwürdige Erfahrungen, zudem sind in letzter Zeit mehrere Kinder spurlos verschwunden. Bald erkennt er da einen Zusammenhang, zusammen mit Lotte findet er Spuren bis ins Mittelalter und sie werden fündig. Obwohl ihnen kein Mensch glaubt, können sie die verschwundenen Kinder befreien.
Beurteilungstext Zunehmend wachsen Kinder zweisprachig auf, was sollen die eigentlich lesen? Deshalb finde ich die Idee dieser Buchreihe ideal: In fremder Umgebung sind die Geschwister gezwungen, sich englisch zu verständigen, untereinander aber bleiben sie beim Deutsch, ihr Denken und Träumen findet ebenfalls noch in dieser Sprache statt. Also schreibt man ein Buch, das beides direkt übernimmt und setzt zur englischen Sprache lediglich die Vokabeln, die dem Alter entsprechend vermutlich fremd sind, mit der Übersetzung dazu. Das geschieht hier auf eingeblendeten Tafeln, die alle neuen Vokabeln auf der jeweiligen Druckseite aufführen. Im fortlaufenden Text sind die übersetzten Wörter fett gedruckt.
Die Handlung ist altersgemäß abenteuerlich und fantastisch, die Geschwister piesacken sich amüsant (jedenfalls für Außenstehende), die Eltern nerven mit ihren Ansprüchen und eklige Nachbarjungen gab es schon bei Mark Twain. Dazu kommt noch etwas Bildungshintergrund (Rattenfänger von Hameln/ Goethes Erlkönig) und eine Zeitschiene, die alles in Verbindung bringt, etwas Märchen aus 1001 Nächten und die Bonbons aus Jacques Rivettes “Céline et Julie vont au bateaux”(1974) und fertig ist eine sagenhafte Story um die Entführung von Kindern. Natürlich glauben die Erwachsenen nichts davon, am wenigsten der Kommissar, der vergeblich versucht, Licht in die Angelegenheit zu bringen.
Ganz gelingt das auch ohnehin nicht, aber der Schluss bleibt realistisch: die Geschwister bekommen nicht nur die Prämie für das Wiederfinden der Kinder, sondern noch etliches Geld aus Tantiemen für ihre Story, die sie gut verkaufen.
Und lediglich 14 der 120 Seiten enthalten keinen englischen Text. Dieser wiederum fügt sich so selbstverständlich in die Handlung ein, dass kein auch noch so misstrauischer Leser unterstellen könnte, auch nur ein Satz sei nur zu Lehrzwecken in der anderen Sprache gedruckt.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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