GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Gralle, Albrecht
Titel Das goldene Zeichen
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7655-1711-2 Reihe
Verlag Brunnen, Gießen, 2010
Seitenzahl 297 Preis 16,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  historischer Roman
Zielgruppe 14-15
Inhaltsangabe Fionas Begegnung mit Berward von Trossingen bleibt nicht ohne Folgen. Nur schwer kann sie sich dieses Mannes erwehren. Doch Fionas Herz ist einem anderen zugetan. Als ein schwerer Verdacht auf Fiona fällt, ist es dieser, der sie vor dem Zugriff des Kölner Stadtvogtes bewahrt.
Beurteilungstext Der spezielle Reiz historischer Romane besteht in der ausgewogenen Vereinigung historischer Fakten mit einer spannenden Handlung. Dem Autor ist es in seinem Buch “Das Goldene Zeichen” gelungen, den Leser nur allmählich zur Auflösung, vieler im Laufe der Lektüre auftretenden Fragen, zu führen. Parallel zur spannenden “Kriminalgeschichte” vermittelt der Autor dem Leser einen Eindruck von sozialen Bedingungen, dem Einfluß der Mächtigen, den Abhängigkeiten der Bevölkerung, Standesbewußtsein, Ausübung von Herrschaft durch Klerus oder Staat, dem Bildungsstand der Bevölkerung und deren Manipulierung durch Autoritäten in einer der bedeutendsten Städte des Mittelalters. Ein Blick in die “Historische Nachbemerkung “ im Anhang des Buches erhellt die Situation in der Stadt Köln zur Zeit der Handlung und hilft wesentlich, die Hauptfigur des Romans und deren Motivation zu verstehen. An welch seidenem Faden ein Leben zur damaligen Zeit hängen konnte, wird in diesem Roman mehr als deutlich. Fiona lebt zu jener Zeit, da Kirche und weltliche Macht noch um die Vorherrschaft streiten, das bisherige Ordnungsgefüge auseinanderzubrechen droht. Fiona vertritt ein unabhängiges, selbstbewußtes, kluges und vor allem kritisches Frauenbild, eine moderne Frau im heutigen Sinne. Sprachlich wird der Autor allen wichtigen Personen des Buches gerecht, sei es nun der hinterhältige Berward, der scharfsinnige englische Mönch Egwin, der kluge Erzbischof Friedrich oder die aufrechte Ordensgründerin Fiona. Leichte Seitenhiebe verteilt der Autor an die Adresse klösterlicher Lebensweise und Beachtung klösterlicher Gelübde. Wie gesagt, ein Buch mit vielen Facetten, die spannend unterhalten, aber auch kritische Distanz zu manchen Dingen des Alltags provozieren.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 RPPO , Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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