GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Balliett, Blue
Titel Das Labyrinth der Wünsche
Übersetzer / Originalsprache Riekert, EvaAmerikanisch
Illustrator Kehn, Regina
ISBN 978-3-596-85392-2 Reihe
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2010
Seitenzahl 366 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
Inhaltsangabe Calder aus Chicago begleitet seinen Vater zu einem Kongress nach England. Beide wohnen im Ort Woodstock, in dem auf dem Marktplatz eine Skulptur des berühmten Künstlers Alexander Calder steht. Als diese Skulptur eines Tages verschwindet, ist auch Calder verschwunden. Eine fieberhafte Suche beginnt.
Beurteilungstext Die Autorin Blue Balliett hat Kunstgeschichte studiert. Ihr Wissen integriert sie in ihre Erzählungen. Erfahrung von Kunst spielt eine große Rolle in diesem Buch. Der englische Originaltitel “The Calder Game” passt wesentlich besser als der deutsche Titel “Das Labyrinth der Wünsche”. Die Namensgleichheit des Jungen mit dem berühmten Künstler wird hervorgehoben. Alexander Calder hat Skulpturen entworfen und gebaut, ab 1931 Mobiles, Konstruktionen aus geformten Metallscheiben, verbunden mit Drähten oder Gelenken, die sich im Wind oder durch anderen Antrieb bewegen. Mit einer Ausstellung dieser Mobiles in Chicago beginnt der Roman. Alle Besucher sind aufgefordert, selbst Mobiles zu entwerfen und ihre Vorstellungen auf Papier zu bringen. Der Junge Calder ist davon fasziniert; er liebt mathematische Spiele, hat immer einen Satz Pentominos bei sich, 12 Figuren, die aus 5 Quadraten gebildet werden und immer mindestens eine Seite gemeinsam haben. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit Buchstaben sind sie nach ihnen benannt. Es lassen sich Figuren daraus legen. Calder spielt immer wieder mit ihnen - die Erklärung für nicht informierte Leser fehlt.
Das Buch wird vom Verlag als Kunstkrimi bezeichnet. Zwar tun sich ständig Rätsel auf, aber die Spannung fehlt - meiner Meinung nach - sehr oft. Eher kann sich der kunstinteressierte Leser über die genaue Darstellung der Ausstellung oder Einblicke in das Leben des Künstlers freuen.
Die ungeliebte Klassenlehrerin, die sehr streng mit ihren Schülern verfährt, hat sich am Ende des Buches vollkommen gewandelt, warum genau, bleibt unklar.
Der Junge muss sich tagsüber allein beschäftigen, weil der Vater an einem Kongress teilnimmt. Die Autorin versucht Spannung aufzubauen, in dem sie Personen auftauchen lässt, die sich eigentümlich verhalten. Als Calder verschwunden ist, beschließen sein Freund und seine Freundin zusammen mit einer älteren Dame, die über detektivischen Spürsinn verfügt, nach England zu fliegen, um bei der Suche zu helfen. Ihre Suche erlebt der Leser mit.
Immer wieder laufen die Informationen auseinander. Es fehlt ein richtiger roter Faden, eine Hauptperson, mit der der Leser intensiv mitfiebern kann. Die Erzählung ist zwar rätselhaft, aber auf vielen Seiten eher langweilig. Schade!
Das Verständnis für den Künstler und seine Kunst wird gefördert. Wenn sich ein Leser auf das Buch einlassen soll, muss er wissen, was auf ihn zukommt. Sonst legt er die Erzählung nach ein paar Seiten enttäuscht zur Seite.
Schwarz-Weiß-Zeichnungen von der bekannten Illustratorin Regina Kehn begleiten den Text. Nötig sind sie nicht.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 Schr, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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