GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Pohl, Peter
Titel Anton, ich mag dich
Übersetzer / Originalsprache Kicherer, BirgittaSchwedisch
Illustrator
ISBN 978-3-446-23472-7 Reihe
Verlag Hanser, München, 2009
Seitenzahl 139 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 12-13
10-11
Inhaltsangabe Anton ist in vielerlei Hinsicht ein echter Superstar in der Klasse 4 B und Jojo empfindet es als besondere Auszeichnung, dass ausgerechnet er sein Freund sein darf. Doch nach und nach wird klar, dass irgendetwas mit Anton nicht stimmt.
Beurteilungstext Der 10jährige Anton ist der "Star" seiner Klasse: Er kann nicht nur super Fußball spielen, sondern auch großartige Zauberkunststücke vorführen. Auf all das bildet er sich aber gar nichts ein, sondern erkennt sogar die Leistungen anderer an, auch wenn die gar nicht so bemerkenswert sind. Da findet es sein Mitschüler Jojo schon toll, dass Anton ausgerechnet sein Freund sein mag! Jojo ist eher ein ruhiger Typ, der sich gut allein beschäftigen kann und der in einer intakten, aufmerksamen Familie aufwächst. Anton zuliebe lässt er sich allerdings zum Fußball mitschleppen oder geht mit ihm ins Einkaufszentrum in der Stadt, obwohl seine Eltern das gar nicht so gern sehen. Vielmehr beziehen sie Jojos neuen Freund ein bisschen in ihr Familienleben mit ein, was Anton durchaus zu genießen scheint. Allmählich wird allen klar, dass irgendetwas mit dem Jungen nicht stimmt: Ständig hat er neue Handys, die seine Mutter ihm angeblich bezahlt, andererseits bekommt nie jemand die Eltern von Anton zu Gesicht, über die er zudem unstimmige Geschichten erzählt. Als Anton plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist, kommt Jojo dahinter, dass dessen Eltern schon vor acht Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind und er seitdem bei seinem im Rollstuhl sitzenden Onkel lebt. Und da natürlich die Handys etc. geklaut waren, muss Anton fortan von der Jugendfürsorge betreut werden und woanders wohnen. Für den behüteten Jojo ist das ein schwerer Schlag!
Peter Pohl hat für sein sehr sensibles Buch über diese Jungenfreundschaft eine interessante Perspektive gewählt, und zwar erzählt Jojo als "Ich" die ganze Geschichte Anton als "Du". Dadurch entsteht eine noch unmittelbarere Betroffenheit, die der Text hervorruft. Die Sprache ist differenziert und ruhig, aber da auch temporeich, wo es notwenig ist. Ein echtes "Highlight" in der Masse der Kinder- und Jugendbücher, das ganz ohne fantastische Elemente auskommt, sondern einfach mitten im Leben spielt und ganz viel Verständnis für Kinder vermittelt, egal, aus welchen Verhältnissen sie stammen!
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 BG, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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