GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Steinkellner, Elisabeth
Titel An Herrn Günther mit bestem Gruß
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Roher, Michael
ISBN 978-3-7026-5815-1 Reihe
Verlag Jungbrunnen, Wien, 2010
Seitenzahl 33 Preis 15.90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 4-5
6-7
8-9
Inhaltsangabe In die Senftalgasse ist ein neuer Nachbar gezogen. Und schon nach wenigen Wochen wissen Valerie, Noemi und Yasmina, was sie stört: "Das Günta ein Zigaretenstumml-einfach-ins-gras-schmeiser, ein zu Menschen-im-Rollstuhl-gemeine-Sachn-sager, und ein Mit-seina-Frau-Schreier ist !!!"
Was macht man mit diesem stieseligen Nachbarn?
Beurteilungstext Darf man als Kind was dagegen sagen? Zahlt man mit gleicher Münze heim? Ärgert man einfach zurück? Oder petzt man? Und dann? Was können die Erwachsenen tun?
Viel weitsichtiger als die meisten Erwachsenen es wären, machen sich die drei Knirpse auf Spurensuche. Denn logisch, wer Böses tut, ist vielleicht selbst unglücklich. Also finden sie heraus, was Herrn Günther so unglücklich macht und helfen ihm einfach. Warum erstaunt uns diese Haltung so? Weil man sie nicht oft findet? Weil sie Zeit und Ruhe zum Nachdenken kostet? Weil wir damit in die Privatsphäre eines anderen Menschen eingreifen? Dürfen wir das überhaupt? All diese Fragen stellen sich den Kindern glücklicherweise nicht. Sie müssen nicht groß nachdenken und sind wohl so erzogen, dass Hilfe selbstverständlicher ist als zurückärgern.
Genauso kreativ wie all ihre Gedanken sind dann auch die Ideen, mit denen sie ans Werk gehen. Und am Montag bekommt Herr Günther Post . . .
Eigenwillig und überraschend ist die Entwicklung der Handlung. Eigenwillig und witzig sind die Illustrationen. Mit klarem Strich gezeichnet, überzogen und verzerrt das Wesentliche hervorgehoben, leichthändig Einzelheiten dazugebend, erzählen sie Geschichten aus der Senftalgasse, welche nicht zur eigentlichen Geschichte gehören, aber zu wichtig sind, um einfach weggelassen zu werden. Sie schicken den Leser im Bild, im ganzen Buch spazieren, manchmal zurückschauend, immer das scheinbar Unwichtige betonend.
Dem Inhalt angepasst ist auch die gesamte Gestaltung, des Buches, die mit bilderbuchtypischen Elementen wie seitenfüllenden Illustrationen und eingesetzten Textteilen arbeitet, ebenso wie mit verschiedenen Bild-Textanordnungen. Die Autoren gestalten mit sepiafarbenen Fototagebuch-Darstellungen sehr persönlich, mit fehlerhaften Kinderbriefen sehr authentisch oder mit hingekritzelten Randbemerkungen sehr eigen.
Es bleibt offen, was die Bemühungen der Kinder bringen, aber wir sind zuversichtlich. Dank diesem wunderschönen Bilderbuch und seinen Autoren.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Wa, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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