GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Musgrove, Marianne
Titel Als Opa alles auf den Kopf stellte
Übersetzer / Originalsprache Haefs, GabrieleEnglisch
Illustrator Badstuber, Martina
ISBN 978-3-407-79971-5 Reihe
Verlag Beltz, Weinheim, 2010
Seitenzahl 136 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Kenzie und Tahlia leben als Vollwaisen allein mit Großvater. Es gibt eine erwachsene Halbschwester, zu der sie aber kein Zutrauen haben. Aber Großvater stürzt schwer. Als er aus dem Krankenhaus heimkommt, benimmt er sich immer öfter merkwürdig. Die Kinder versuchen meisterhaft das zu vertuschen, weil sie Angst haben, dass Opa ins Heim kommt und sie vielleicht auch. Erst als es sehr gefährlich wird, managt die Halbschwester alles. Die kleine Familie wird zusammenhalten.
Beurteilungstext Der Großvater ist für die Mädchen die Bezugsperson, seit die Eltern tot sind. Der Haushalt ist nicht sehr ordentlich, die Kinder müssen sich nicht täglich waschen, aber der Großvater liebt die Kinder und sie ihn. Pirat nennen sie ihn liebevoll. Als Großvater dann stürzt und ins Krankenhaus muss, verändert sich alles. Die Geschichte spielt in Australien. Gewiss, auch dort gibt es eine Fürsorgerin, die fragt, wer sich um die Kinder nun kümmern wird. Das ist Lydia, die schwanger ist und stark verändernd eingreift. Nein, sie mögen die beiden Mädchen nicht. Gut, dass Opa wieder nach Hause kommt. Aber er ist nicht mehr wie früher. Er verwechselt die Zeiten, er läuft weg und macht vieles, worüber man den Kopf schütteln muss. Die Kinder wissen, ohne Opa müssen sie ins Heim, der Opa auch und ihre schon ganz kleine Familie wird auseinander gerissen. Ganz stark halten die Kinder trotz ihrer Unterschiedlichkeit an dem Gedanken, ihre kleine Familie zusammenzuhalten, fest. Ihre Durchhaltepläne und Vertuschungspläne gestalten den Tagesablauf. Da gerät Opa in Lebensgefahr, als er auf das Dach klettert. Kenzie will ihn retten, überwindet dabei ihre eigene Phobie und gerät selbst in Gefahr. Rechtzeitig kommt Lydia hinzu und bestellt die Rettungssanitäter. Lydia, die inzwischen Mutter geworden ist, kümmert sich jetzt um die Mädchen, indem sie mit ihrer eigenen kleinen Familie ins Haus des Großvaters zieht. Der kommt zwar ins Heim, wird aber von allen liebevoll betreut. Eine Geschichte, die Kinder mit der Krankheit von Altersdemenz vertraut macht und zeigt, dass man so einen Menschen auch weiterhin lieb haben darf. In der Beziehung zur großen Halbschwester wird deutlich, dass man erst verständnisvoll einem Menschen begegnen soll, bevor man ihn verurteilt. Eine einfühlsame, mit Humor geschriebene Geschichte, die das Thema Alzheimer und Demenz in der verfremdenden Situation der australischen Mädchen darstellt und deshalb leichter zu akzeptieren ist. Lustig ist das alles nicht, wie es Titel und Titelbild zu suggerieren versuchen. Man muss schon den Klappentext auf der Rückseite des Buches lesen, um zu erfahren, dass es sich bei diesem Inhalt um eine Krankheit handelt, mit der die heutigen Kinder wohl immer öfter konfrontiert werden.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 RPTL, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund