GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Hennen, Bernhard
Titel Alica
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-8000-5526-5 Reihe
Verlag Ueberreuter, Wien, 2010
Seitenzahl 332 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Alica soll die Weihnachtsferien auf dem alten Herrenhaus ihrer Großeltern verbringen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, versetzt sie auch noch ihr Großvater am Bahnhof und die 14-Jährige macht sich inmitten eines Unwetters allein auf den Weg. Als sie mitten in der Nacht auf dem Gutshof völlig durchnässt und verfroren ankommt, ist niemand da, das Licht funktioniert nicht und auf der Suche nach ihren Großeltern wird sie auf dem Dachboden von einem aggressiven Geisterfalken angegriffen.
Beurteilungstext Vor Schreck fällt sie eine Treppe herunter und erwacht erst viel später in einem großen Bett umsorgt von ihren Großeltern. Ihr mürrischer Großvater will ihr weiß machen, dass es sich lediglich um eine Taube gehandelt haben muss, doch Alica spürt, dass etwas nicht stimmt. Ihr Gefühl bestätigt sich, als es nachts an ihr Fenster hämmert und der Heinzelmann Wallerich mit seiner Möwe Schnapper um ihre Hilfe bitten, den Geisterfalken nach “Nebenan”, die Welt der Fabelwesen, zu bringen. Mit Hilfe eines magischen Ringes kann sich Alica auf Wallerichs Größe schrumpfen und sie besuchen gemeinsam die Hexe Knuper in der Parallelwelt Nebenan. Doch die Hexe warnt die beiden vor dem Geisterfalken, der unberechenbar und sehr gefährlich ist. Im Spiegel erscheint Alica beim Duschen ein junger Husar, der ihren Namen kennt und ihr Liebeserklärungen macht. Alica verliebt sich in ihn und um ihn wiederzusehen, lässt sie sich eigenmächtig auf ein gefährliches Spiel mit der Dunklen Königin ein, die Alica 200 Jahre zurück in die Vergangenheit schickt, damit sie das Geheimnis um den jungen Franzosen und den Falken lösen kann. Für Alica beginnt eine spannende und emotionale Reise in das Jahr 1812. Doch die Dunkle Königin tut nichts ohne Hintergedanken und Alica ahnt nicht, in welcher Gefahr sie schwebt...

Fantasy-Spezialist Bernhard Hennen erzählt humorvoll, spannend und romantisch ein fantastisches Abenteuer, in das seine Hauptfigur Alica auf dem Gutshof ihrer Großeltern stolpert. Besonders witzig sind die Passagen mit dem Heinzelmann Wallerich, der auf neueste Heinzelmann-Spionage-Technik setzt, um die Fabelwesen im Reich der “Langen”, wie er die Menschen nennt, in Schach zu halten. Hier spielt Hennen gekonnt mit Bekanntem aus Hollywoodfilmen, wie zum Beispiel dem GAG, ein Gerät, welches ein elektromagnetisches Feld aufbaut, der den Geist gefangen hält, in einen gasförmigen Zustand versetzt und dann mittels eines Saugers absorbiert wird. Das jeder dabei sofort an “Ghostbusters” denkt, ist gewollt, jedoch haben die Heinzelmänner diese Technik schon viel früher entwickelt und ein echter GAG ist selbstverständlich nicht so leicht zu bedienen, wie die Geisterstaubsauger aus solchen Hollywoodfilmen. Das (vermeintliche) Wissen über Geister und andere Fabelwesen, das dem Leser aus bekannten Märchen und Filmen geläufig ist, wird durch Wallerichs Kenntnisse als echter Heinzelmann auf den Kopf gestellt und vermittelt humorvoll eine andere Sichtweise.

Einziges Manko dieses ansonsten sehr gelungenen Fantasyromans für Jugendliche ist der etwas schleppende Anfang. Doch Durchhalten lohnt sich allemal und der Leser wird mit einer spannenden, romantischen, humorvollen und fantastischen Erzählung belohnt, die ihn absolut in den Bann ziehen wird. Besonders gut ist dem Autor Bernhard Hennen die Darstellung der Gefühlswelt 14 jähriger Mädchen gelungen, weswegen “Alica” vor allem dieser Zielgruppe wärmstens zu empfehlen ist.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Krisp, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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