GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Nessmann, Philippe
Titel Absturz in den Anden
Übersetzer / Originalsprache Baumgartner, AnkeFranzösisch
Illustrator
ISBN 978-3-451-70992-0 Reihe
Verlag Herder / Kerle bei Herder, Freiburg, 2010
Seitenzahl 174 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Biografie/Biografische Erzählung
Zielgruppe 14-15
ab 18
Inhaltsangabe Zwischen den beiden Weltkriegen wurde die Idee der Luftpost entwickelt. Mit welch abenteuerlich-unsicheren Technik damals die Piloten ihr Ziel erreichten (oder eben nicht), kann sich heute kaum noch jemand vorstellen. Vollends zum Abenteuer geriet dann der Absturz des Piloten mitten in den Anden. Einer Antarktis-Expedition gleich rettet er sich - trotz völlig unzureichender Ausrüstung.
Beurteilungstext Der Autor lässt erst andere von Henri erzählen, von seinem Bruder bis zum großen Saint-Exupéry erzählen seine Freunde von seinem Werdegang, bis dann die atemberaubende Geschichte seines misslungenen Fluges und der unglaublichen Rettung im Jahre 1930 folgt.
Die im Mittelteil abgebildeten Fotos und Informationen zur Geschichte des Vorläufers der Air France belegen die Authentizität dieser sehr lebendig erzählten Geschichte.
Was den jungen Leser von heute besonders interessieren wird, ist das Rudimentäre der Technik in den 20er Jahren, die ja noch keine 100 Jahre her sind. Damals war Fliegen noch reines Abenteuer, das immerhin an die 100 Flieger alleine auf der Strecke Paris- Chile das Leben kostete. Damals flog Guillaumet in einem offenen Flugzeug, die Postsäcke auf dem zweiten (ebenfalls offenen) Sitz verstaut in einer Höhe bis fast 7000 m - also nicht wesentlich weniger hoch als die heutigen vollklimatisierten und druckausgleichenden Kabinenmaschinen mit viel Personal. Guillaumet flog alleine. Auf anderen Flügen kam allenfalls noch ein Mechaniker mit, denn die Motoren fielen oft aus, dafür konnten die Maschinen praktisch auf jeder Wiese landen - auch das ist kaum noch vorstellbar.
Die emotionale Belastung der Piloten und ihrer Familie beschreibt Nessmann sehr eindringlich im letzten Teil.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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