GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Ungerer, Tomi
Titel Zloty
Übersetzer / Originalsprache Cramer-Klett, AnnaFranzösisch
Illustrator Ungerer, Tomi
ISBN 978-3-257-01144-9 Reihe
Verlag Diogenes, Zürich, 2009
Seitenzahl 35 Preis 16,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 4-5
Inhaltsangabe Eine absonderliche Geschichte in der kleine und große Zwerge, ein Wolf, eine kranke Großmutter, Riesen und ein motorradfahrendes Mädchen unglaubliche Abenteuer erleben.
Zloty düst mit ihrem Motorrad durch den Winterwald zur kranken Großmutter und schließt dabei neue Freundschaften, die beim Vulkanausbruch als wunderbare Helfer zum Einsatz kommen
Beurteilungstext Auf ihrer Weiterreise zur kranken Großmutter überfährt Zloty den lauernden Wolf und bringt damit die Handlung deutlich auf Rotkäppchens Spur. Allerdings heilen in Tomi Ungerers Geschichte die Zwerge mit ihren Heilkräutern die Großmutter und Wolf.
Der Ausbruch eines Vulkans katapultiert die Handlung zunächst in ein Inferno, denn der kleine Bruder bleibt in dem zerstörten Haus verschüttet.
Hilfe naht aus dem Zauberwald mit kleinen und großen Zwergen(Heinzelmännchen) und der ganzen Riesen-Familie.
Sie räumen Schutt weg, bauen Zirkuszelte auf, kochen für die ganze Stadt und verwandeln die Stadt nach der Katastrophe in ein Wellnesscenter. Dort sind Riesen und Zwerge angestellt, um die Menschen zu verwöhnen.
"Riesen und Zwerge gehörten von jetzt für alle dazu."
Tomi Ungerer eröffnet in seinen Bildern und Texten eine unglaubliche Handlung mit bizarren Einzelheiten, die immer wieder aufs Neue zum Betrachten und Staunen einladen. Kühle, neonblaue Farben verleihen den Bildern eine surreale Atmosphäre und betonen die abstruse Handlung nachdrücklich.
Es gibt finstere Bilder, die bedrohlich und angsteinflößend wirken. Das eingestürzte Haus, die schreienden Münder, blasse Gesichter und die Schwärze des Hintergrunds beschreiben die Katastrophe eindringlich.
Tomi Ungerer macht sich einen Spaß mit der Vermischung verschiedner Anleihen aus Märchenwelt und Geschichte. Die merkwürdige Einrichtung der Großmutter mit Stalinbildern, Rotem Stern, Hammer und Sichel, Panzer und Kalaschnikow weist auf kommunistisch-sowjetische Überlieferung hin.
Auch sprachlich macht er mit der Wolfshütte MIR (Frieden) und dem Namen des großen Zwergs Samowar russische Anspielungen.
Das alles ist vielleicht ohne Hintersinn, weil die Handlung arg zusammengewürfelt scheint, doch den Kindern gefällt das Durcheinander der Figuren. Erwachsene betrachten das Bilderbuch mit anderen Augen und finden mitunter einen Sinn im Unsinn.
Zu empfehlen ab 5 Jahren.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Han, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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