GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Hagerup, Hilde
Titel Zeit der Lügen
Übersetzer / Originalsprache Haefs, GabrieleNorwegisch
Illustrator
ISBN 978-3-423-62446-6 Reihe Hanser
Verlag dtv, München, 2010
Seitenzahl 176 Preis 8,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Der 14-jährige Jonas wartet sehnsüchtig darauf, dass seine Mutter nach acht Jahren Haft endlich nach Hause kommt. In den wenigen Besuchen bei ihr hat er ihr all das erzählt, wovon er träumte, was aber nur Wunschvorstellungen waren. Nach ihrer Entlassung müssen Mutter und Sohn mühsam zu einander finden, damit die Zeit des Lügens endgültig vorbei ist.
Beurteilungstext In den Mittelpunkt ihrer Erzählung stellt die Autorin das Schicksal eines Jungen, der es nicht leicht hat. Seitdem er acht Jahre ist, ist seine Mutter in Haft. Jetzt ist er 14 Jahre alt und sie hat ihre Strafe abgesessen. In der zurückliegenden Zeit war Jonas weitgehend auf sich selbst gestellt. Mit dem Vater gab es Probleme, denn er war mit der familiären Situation überfordert und hatte kaum Interesse an der Entwicklung seines Sohnes. Jonas baut sich seine eigene Welt zusammen, die aus Lügen und Verstrickungen besteht. Er hat Schwierigkeiten in der Schule, wird zum Einzelgänger und aufgrund seines provozierenden Benehmens von den Klassenkameraden abgelehnt. Der Mutter aber erzählt er bei seinen Besuchen, was für ein tüchtiger und allseits anerkannter Junge er sei. Sie glaubt ihm seine “verzierte Wahrheit”, die in Wirklichkeit nichts anderes als faustdicke Lügen sind, dass es sogar dem Vater zu viel wird. Jonas vermischt Wunsch und Wirklichkeit. Er fühlt sich bei all seinem Tun unverstanden, sucht Anerkennung und wird doch zum Außenseiter, der sich lächerlich macht und abgelehnt wird.

Die Autorin schildert in ihrer Figur einen Jungen in der Pubertätsphase, der dringend die Unterstützung Erwachsener braucht, sie aber so gut wie nicht findet. Sein linkisches Benehmen ist ein Hilferuf um Verständnis und Vertrauen. Insofern sind auch die Erwachsenen angesprochen, die Jugendlichen ernst zu nehmen und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 T-Fr, Thüringen

  in der AJuM Datenbank Nein
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