GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor van Elderen, Stan
Titel Warum Charlie Wallace
Übersetzer / Originalsprache Bach, BettinaNiederländischen
Illustrator
ISBN 978-3-446-23311-9 Reihe
Verlag Hanser, München, 2009
Seitenzahl 207 Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Der Roman erzählt die Geschichte einer kurzen, aber sehr intensiven Freundschaft zwischen dem scheuen Jonathan und dem offenen, redegewandten Charlie.
Beurteilungstext Ein ungewöhnliches Cover (Wolkenkratzer von New York und zwei Jungen auf einer Mauer sitzend einander zugewandt), ein ungewöhnlicher Titel und ein Klappentext, der in einem knappen Absatz aus dem Buch die Richtung weist - es geht um Zueinanderstehen und Freundschaft - haben dazu geführt, dass ich dieses Buch für eine Rezension ausgewählt habe. Ich wurde nicht enttäuscht.
Es ist die Geschichte einer leider nur kurzen, aber sehr intensiven und aufregenden Freundschaft und Beziehung zwischen zwei sehr ungleichen Jugendlichen. Auf der einen Seite der Ich-Erzähler Jonathan, ein zurückhaltender und eher introvertierter Junge, der sich für Literatur und Kunst interessiert, auf der anderen Seite Charlie Wallace, kontaktfreudig, offen und kommunikativ mit einer großen, turbulenten Familie, die den scheuen Jonathan freundlich aufnimmt.
Zwischen den beiden entwickelt sich eine freundschaftliche Beziehung, die für Jonathan schnell zu einem wertvollen Schatz wird. Nicht nur, weil er gegenüber Charlie ganz offen sein kann, weil dieser ein ehrliches Interesse an ihm und seinen Gedanken und Gefühlen hat und dies auch ausspricht, sondern auch, weil er einen anderen Blick auf sich selbst werfen kann, der es ermöglicht auch an die Verletzungen seiner Vergangenheit zu rühren und diese kommunizierbar zu machen. Wo immer die beiden in den wenigen Tagen und Wochen miteinander hingehen und was sie unternehmen in New York, das Charlie noch fremd ist und wo deshalb Jonathan ihn herumführt und ihm seine Lieblingsplätze und -orte zeigt, für beide ist diese Freundschaft etwas Besonderes, denn sie erleben Dinge, die sie ohne den anderen nicht erlebt hätten Z.B. Jonathan lernt Golf spielen und Charlie erlebt im Zoo mit Jonathan, wie ein Schimpansenweibchen ihr Kind verstößt. Dies berührt beide so, dass sie einen Tagesausflug zu einem Tierheim machen, wo das Baby jetzt untergebracht ist.
Die Frage, die das Buch stellt möchte ich nicht beantworten, denn auch wenn es sich um keinen Krimi handelt, bei dem man die Spannung aufrechterhalten muss, so ist es doch ein Schock, mit dem diese wunderbar erzählte Geschichte endet, die so hoffnungsfroh begann.
Trotz der Leichtigkeit der Erzählhaltung, der Zugänglichkeit des Themas, des überschaubaren Umfangs und der gut verständlichen Sprache ist dieses Buch nicht unbedingt für LeserInnen mit Leseschwierigkeiten geeignet, denn die Erzählzeit ist nicht linear und die Handlung auch nicht, weil sie von Grübeleien und Rückblenden des Ich-Erzählers unterbrochen werden. Ansonsten eine unbedingte Empfehlung - auch für eine Lektüre im Unterricht ab ca. 8. Klasse.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 ASR, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund