GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor JOHANN, Alfred Ernst
Titel Wälder jenseits der Wälder
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-522-20021-9 Reihe
Verlag Thienemann, Stuttgart, 2009
Seitenzahl 637 Preis 19,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Bei “Wälder jenseits der Wälder” von A. E. Johann handelt es sich um den mittleren Band einer Trilogie. Alle drei opulenten Werke (hier: 637 Seiten) spielen im 18. Jahrhundert in Nordamerika und schildern anschaulich, kenntnisreich und spannend das Leben weißer Pelzhändler im allmählich erschlossen werdenden Nordwesten des amerikanischen Kontinents in ihrer Auseinandersetzung mit der neuen englischen Obrigkeit, den verschiedenen Indianerstämmen und mit der wilden Natur.
Beurteilungstext Historisch ist es der Zeitraum nach dem Siebenjährigen Krieg, nachdem Frankreich also als Verlierer auch seine Stützpunkte in Nordamerika aufgeben musste und die Engländer dort zur Alleinherrschaft gelangten. Weil der deutschstämmige Walther Corrsen bisher unter der eher großzügigen Herrschaft der Franzosen seinem Tauschhandel mit den Indianern recht frei nachgehen konnte, zieht es ihn unter der neuen Herrschaft der Engländer in den kaum erschlossenen Nordwesten des Kontinentes, wo sich diese noch nicht fest etablieren konnten und deren Handelsgesellschaft der Hudson Bay Company noch keine Geschätsbeziehungen aufgebaut hat. Mit Hilfe dreier Gefährten gründet Corrsen eine eigene Handelsgesellschaft, die in sinnvoller Arbeitsteilung tätig wird, wobei Walther derjenige auf vorgeschobenem Posten tätig ist. In der Praxis bedeutet dies vor allem Kontakt herzustellen mit den Indianern der Region, außerdem das Sammeln, Verteilen und Transportieren der zu verteilenden Waren (Beile, Messer, Gewehre und Alkohol gegen wertvolle Pelze).
Der Autor schildert informativ und anschaulich das harte Leben in der Wildnis, etwa die anstrengenden Kanufahrten auf den Strömen und Seen, die strapaziösen Packagen mit Kanus und Ladung über Landpassagen, die bitterkalten Winter in den Blockhäusern. Dazu kommt der Tauschhandel mit den Indianern, der von Walther fair und verantwortungsvoll durchgeführt wird, von anderen Weißen dagegen verantwortungslos. Dazu gehört auch ein respektvolles Zusammenleben all der unterschiedlichen Menschen in der Wildnis, was Corrsen vorbildlich praktiziert. Vervollständigt wird diese komplexe Handlung durch die kritische Schilderung der englischen Machtausübung den eigenständigen Pelzhändlern gegenüber sowie den Intrigen innerhalb seiner eigenen kleinen Handelsgesellschaft aus Profitgier.
Dies alles erzählt ein allwissender Erzähler in bildhafter, anspruchsvoller Sprache. Dabei sind gewisse Längen in der Darstellung bei dem Romanumfang unvermeidbar. Gleichwohl handelt es sich bei diesem Roman um einen deutschen Lederstrumpf, besser um einen Anti-Lederstrumpf, der die Rolle der Engländer in einem kritischen Licht zeigt. Der Roman sollte in jeder Bücherei zu finden sein und kann für den interessierten Leser ab 13 wärmstens empfohlen weren!
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 ks, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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