GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Dirne Waris - mit, Cathleen Miller
Titel WÜSTENBLUME
Übersetzer / Originalsprache Hendrike u.3 weitereAmerikanisch
Illustrator Filmfotos:WehnerMiller
ISBN 978-3-426-78342-9 Reihe xxx
Verlag Droemer Knaur, München, 2009
Seitenzahl 373 Preis 9, 95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Autobiografie/Autobiografische Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
Inhaltsangabe Eine Biografie der bekannten UN-Botschafterin gegen die Genitalverstümmelung der Mädchen. Waris beschreibt ihren Leidensweg von Beschneidung, Flucht vor der Zwangsehe, Herumirren in Großstädten Somalias, immer in Gefahr, missbraucht zu werden. Später in London lernt sie Englisch, ist aber ohne Pass. Sie arbeitet hart als Model, lebt ungesund, ist oft krank, bis sie endlich einen fürsorglichen Ehemann findet, eine Familie gründen kann.
Beurteilungstext Dies ist eine Autobiographie eines leidgeprüften somalischen Nomadenmädchens, das früh beschnitten wird, gar mit Hilfe der Mutter, der sie das nicht verzeihen kann. All die körperlichen Leiden einer Verstümmelung beschreibt sie. Sie flieht mit 14 vor der Zwangsehe: Die sehr arme Familie in Somalia braucht das Vieh, was der Vater durch die Ehe der Tochter mit einem alten, reicheren Mann bekommen würde. Die Mutter verhilft ihr zur Flucht: Ohne alles irrt sie durch die Wüste, verfolgt vom Vater. Schlimmes geschieht auf demWeg in die Stadt. Sie findet ihre Verwandten, die ihr nicht helfen, ihr aber ermöglichen, zu Verwandten nach London zu kommen. Von dem Onkel, Botschafter Somalias, wird sie schlecht behandelt, erlebt wenig Freude, muss hart arbeiten, bekommt kein Geld. Sie ist ein verlassenes Mädchen, das sich kaum ein europäisches Kind vorstellen kann. Später lässt sie sich von einem Arzt operieren, er öffnet die engen Vernähungen der Beschneidung: Jeder Toilettengang war eine Qual, die Menstruation brachte große Schmerzen durch den Blutstau, da das Blut nur tropfenweise abfließen konnte.

Das Buch deckt auf, wieviel in unserer Welt noch zu tun ist, damit auch Frauen in Würde leben können. DAS ist auch das Anliegen der Autorin, aufzurütteln, besonders gegen das Verhalten der Männer noch in vielen Ländern der Erde, die Frau als Besitz anzusehen. Es will aufräumen mit all den Unterdrückungsmaßnahmen gegen Frauen und Mädchen, das Machotum der Männer in vielen Ländern anprangern.
Die Schönheit der War’s Dirie ist ein Gut, das sie als Model verkaufen konnte. Durch ihre Bekanntheit und ihr eigenes Leid ist sie zur Botschafterin geworden zum Aufrütteln, die Menschen verachtenden Verhaltensweisen in vielen Teilen der Welt unterlassen.
Die Leserinnen - meist nur Frauen, was zu bedauern ist - sind tief ergriffen von den unglaublichen Sitten und Verhaltensweisen in vielen Ländern, oft auf Religion begründet, was noch mehr zu verachten ist!
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Eck, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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