GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor McCormick, Patricia
Titel Verkauft
Übersetzer / Originalsprache Ernst, AlexandraEnglisch
Illustrator ---
ISBN 978-3-596-80717-8 Reihe ---
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2009
Seitenzahl 312 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Biografie/Biografische Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Die erschütternde Geschichte der 12-jährigen Lakshmi, Tochter armer Bergbauern aus Nepal, führt beispielhaft und eindringlich vor Augen, was jedes Jahr fast 12000 nepalesischen Mädchen widerfährt. Sie wird aus Not von ihren Eltern verkauft und findet sich nicht als Arbeitskraft in einem Haushalt der Stadt wieder, wie sie erhoffte, sondern wird nach Indien in ein Bordell verschleppt.
Beurteilungstext Patricia McCormik hat die Fakten vor Ort gut recherchiert. Die 12-jährige Protagonistin Lakshmi, ein intelligentes, warmherziges Mädchen, erzählt von dem Überlebenskampf in den Bergen durch Reisanbau und mit Hilfe weniger Haustiere. Das Leben mit der liebevollen Mutter und dem kleinen Bruder könnte trotz der Armut harmonisch verlaufen, wäre da nicht der spielsüchtige Stiefvater. Dieser verkauft Lakshmi schließlich an eine Frau, die sich auf der Suche nach jungen Mädchen im Dorf aufhält. Lakshmi glaubt, ihre Familie durch ihre Arbeit in der Stadt unterstützen zu können und zieht nicht einmal unglücklich davon.
Alles, was das gutgläubige Mädchen von nun an erlebt, zeigt, dass das bisherige Leben im Vergleich paradiesisch gewesen ist. Lakshmi landet schließlich in einem verkommenen Bordell in Indien und wird mit Schlägen und Drogen gefügig gemacht. Wäre nicht doch mitmenschliche Wärme und Unterstützung in dieser Hölle zu finden, hätte sie diese Zeit nicht überleben können. Was ihr und den andern Mädchen und Frauen zugemutet wird, ist beinahe unerträglich.
Neben dem verstörenden Inhalt gelingt es der Autorin auch durch die ausdrucksstarke Sprache, den Leser in die Handlung hineinzuziehen und sich mit der Protagonistin zu identifizieren. Neben dem Prosatext finden sich immer wieder Passagen, die nicht im Fließtext geschrieben sind und besonders zu Herzen gehen.
Alexandra Ernst hat den Roman kongenial übersetzt. Das Buch wurde 2009 für den Jugendliteraturpreis nominiert und ist mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet worden. Die im November 2009 erschienene Taschenbuchausgabe verdient viele Leser.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 vs, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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