GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Nützel, Nikolaus
Titel Sprache oder was den Mensch zum Menschen macht
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-570-30628-4 Reihe
Verlag cbj, München, 2009
Seitenzahl 215 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Sachbuch
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Die menschliche Gesellschaft basiert auf Kommunikation, also auf den Fähigkeiten Sprechen, Schreiben, Lesen und Verstehen. Davon handelt dieses umfassende Buch. Es führt von den physiologischen Vorraussetzungen über die Entstehung, Entwicklung und Veränderung von Sprachen und weiter zu den verschiedenen Schriften einzelner Kulturen. Zum Schluss beschäftigt es sich noch mit dem Phänomen von Geheim- und Jugendsprachen und mit dem Problem des Übersetzens.
Beurteilungstext Dieses Buch will keine wissenschaftliche Abhandlung über Sprache im weitesten Sinn sein, sondern versteht sich als “Sammlung von Tatsachen und Überlegungen rund um die Sprache”, wie es im Vorwort heißt. Es wendet sich an sprachinteressierte Jugendliche, doch auch sprachwissenschaftlich vorbelastete Erwachsene Leser werden mit Genuss darin schmökern, dabei neue Informationen zum Thema Sprache und Schrift bekommen und sich an den Anekdötchen und Histörchen ergötzen, die die Lektüre auflockern. So kann man das Buch auch jedem Deutschlehrer empfehlen, der darin viel erfrischendes Material für seinen Unterricht finden wird.
Die umfangreiche Literaturliste, immerhin drei Seiten umfassend, zeigt, wie intensiv der Autor sich mit dem Thema beschäftigt hat. So wird praktisch auch kein Teilbereich ausgelassen. Sei es die Entwicklung des Schreibens, seien es die für uns heute eher komisch erscheinenden Eindeutschungen von Fremdwörtern durch die Sprachpuristen des 17. Jahrhunderts, sei es die Diskussion über die unlängst erfolgte Rechtschreibreform, die Nikolaus Nützel mit leichter Ironie beleuchtet, oder auch die immer wieder zitierte Jugendsprache. Der widmet er sogar ganze zwölf Seiten und zitiert dabei höchst amüsante Beispiele. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass es bereits vor 150 Jahren eine Jugendsprache gab, die vermutlich ähnliche Reaktionen in der Erwachsenenwelt hervorrief wie heute. Interessant ist ebenfalls das Kapitel über Geheimsprachen und jenes über die Problematik des Übersetzens, das mit witzigen Anekdoten über Übersetzungsfehler gewürzt ist.
Für sprachinteressierte Leser, die sich weiter in einzelne Bereiche des Abenteuers Sprache vertiefen möchten, führt der Autor immer wieder interessante Internet-Adressen auf. Ein echter Service!
Das Buch bekam diverse Auszeichnungen. Die hat es wahrlich verdient und man kann ihm nur wünschen, dass es eine große Verbreitung finden wird.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 bifi, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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