GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Donbavand, Tommy
Titel Scream Street - Das Hexenblut
Übersetzer / Originalsprache Pansukus, JankaAmerikanisch
Illustrator Cartoon Saloon
ISBN 978-3-570-22127-3 Reihe Scream Street
Verlag cbj, München, 2009
Seitenzahl 187 Preis 7,20 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Fantasy
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Luke, Teenager und Werwolf, wird mit seinen Eltern in die Scream Street verfrachtet, in der lauter Gestalten aus Horrorfilmen leben. Die normalen Eltern ängstigen sich in der Umgebung, sodass Luke alles in Bewegung setzt, um ihre Rückkehr ins normale Leben zu ermöglichen. Von den sieben notwendigen magischen Gegenständen muss er den zweiten finden und seinem Freund Rhesus helfen, den beunruhigenden Zustand seines Vaters aufzuklären. Einmal mehr machen sie Bekanntschaft mit Sir Ottos Perfidie.
Beurteilungstext Donbavand hat seine kurzen Romane für fortgeschrittene Leseanfänger als Serie angelegt: In jedem Band muss Luke, der Protagonist, einen der sieben Gegenstände aus dem Vermächtnis der sieben Gründer von Scream Street finden, um seinen Eltern mithilfe dieser magischen Objekte die Heimkehr in die normale Welt zu ermöglichen. Zwei Bände sind bereits auf Deutsch erschienen.
Im vorliegenden Band, dem zweiten, müssen Luke und seine Freunde Hexenblut ausfindig machen. Fingerzeige zum Versteck, in dem sich das Blut befindet, gibt es in Form von Rätselversen. Auch hier müssen die Protagonisten erst in ein weiteres Problem verwickelt werden, um durch die Wendungen im Geschehen auf die Lösung des Rätsels gestoßen zu werden. Beide Handlungsstränge sind miteinander verflochten, sodass die Lösung des Rätsels und damit das Erlangen des Hexenbluts unmittelbar mit der Wiederherstellung der Ordnung auf der Screm Street zusammenhängt.
In diesem zweiten Handlungsstrang ist in beiden Bänden der eigentliche Widersacher angesiedelt: Sir Otto, der "Vermieter" aller Gebäude der Straße, der kriminelle Züge hat und die Bewohner drangsaliert. Wie im Vorgängerband gelingt es allerdings Luke und seinen Freunden, dessen düstere Pläne zu durchkreuzen und für eine Weile friedvolles Miteinander in der Straße herzustellen.
Die Geschichten um Luke, Cleo und Rhesus sind eigentlich nichts Besonderes. Manches Mal ist das Plot sogar ein wenig wirr und ohne innere Logik, doch beziehen die Geschichten ihren Charme aus der Verkehrung der Welt: Vampire, Werwölfe und wandelnde Mumien sind die Normalität, hier fühlt Luke sich zuhause. Ändert sich diese abstruse Normalität dadurch, dass beispielsweise das Blutversorgungssystem für die Vampire abgestellt wird, gerät das Leben in der seltsamen Scream Street aus dem Gleis: hier bedeutet diese "Normalität" Ausnahmezustand für die Bewohner. Die einzigen "Normalen, Lukes Eltern, sehen das freilich anders.Donbavand treibt seinen Spaß mit Klischees und Stereotypen, hier ganz auf die fiktive Horrorwelt der Untoten bezogen, denen nichts Schreckliches anhaftet, weil sie die Norm sind und agieren wie der freundliche Durchschnittsbürger.
Ein wenig störend kann man die Verflachung de Handlung manchmal finden, dennoch sicherlich ein Lesespaß für jüngere Leser. Die s/w-Illustrationen sowie die immer wiederkehrenden Motive der Fledermäuse/"Vampire" neben den Seitenzahlen und die Spinnweben an den Blattecken tun ihr übriges, die Charaktere und die wesentlichen Motive auf unterhaltsame Weise plastisch werden zu lassen.
Die große Schrift und die Buchgestaltung machen für fortgeschrittene Leseanfänger die Hemmschwelle geringer, sich an ein Buch zu wagen. Auch als Vorlesebuch eignet sich der Band, sollte die Puste zum Selberlesen zwischendurch ausgehen.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 EHU, Schleswig-Holstein

  in der AJuM Datenbank Ja
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