GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Günther, Herbert
Titel Roberts Land
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Blau, Aljoscha
ISBN 978-3-8369-5290-3 Reihe
Verlag Gerstenberg, Hildesheim, 2010
Seitenzahl 125 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 8-9
10-11
12-13
14-15
Inhaltsangabe Die zehn Geschichten erzählen Episoden aus dem Leben einer Familie zwischen 1929 und 1955: vom Leben auf dem Dorf an der Grenze zur DDR, von der schweren Zeit des Krieges, von Wünschen und von Lebensträumen, von jungen Leuten, die sich als Partner finden, und von alten Menschen, die in der Großfamilie ihren Platz und ihre Aufgaben haben. Wie beim Blättern in einem Fotoalbum voller unterschiedlicher Bilder ermöglicht das Buch dem Leser einen Einblick in das Leben einer Familie.
Beurteilungstext Im Mittelpunkt der Erzählungen steht der Junge Robert, der in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts seine Kindheit in einem kleinen Dorf verbringt. Als Kind seiner Eltern, als Enkel seiner Großeltern ist er aber noch stark geprägt durch die vergangenen Jahre und Jahrzehnte: Krieg und Nachkriegszeit, Armut und den Wünschen nach Veränderungen, Streitigkeiten in der Familie um Anerkennung oder politische Meinungen ... Diese familiären und sozialen Erfahrungen machen ihn zu dem Robert, wie er uns in diesen Geschichten begegnet: neugierig und voller Lebensfreude - und doch immer beschäftigt mit der ängstlichen Frage, ob es ihm in der Zukunft gut ergehen wird. Wichtig für sein weiteres Leben wird aber die Erfahrung sein, die er bei der Ernte oben auf dem Heuwagen hat: Allein auf dem Weg zu sein, doch unter sich die Stimmen seiner Familie zu hören. Das macht Robert sicher: Seine Familie ist für ihn wie ein Netz und würde ihn auffangen, was auch immer passiert.
Obwohl der Autor im Vorwort betont, dass alle Personen der Handlung frei erfunden sind, wird er Menschen wie Robert und Oma Anna, die Mutter Klara oder den Vater Gustav kennen - auch wenn sie in Wirklichkeit andere Namen haben. Der Autor ist 1947 in Göttingen geboren und in einem Dorf dort in der Nähe aufgewachsen. Die Zeit, in der diese Geschichten spielen, kennt er aus seinem eigenen Erleben oder aus den Erzählungen seiner Angehörigen. Es sind Geschichten von der Art, die die Alten immer wieder erzählen: die schweren Tage der Kindheit, die Kriegserlebnisse, die Jahre des Neuanfangs. Hier hat sie jemand aufgeschrieben und vor dem Vergessen gerettet. Auch wenn es in dem Buch durch die vielen Zeitsprünge und Ortswechsel keinen wirklichen Spannungsbogen gibt, ist das Buch für Kinder ab etwa 9 Jahren zu empfehlen. Als Klassenlektüre oder zum Vorlesen in der Klasse bieten sich einzelne Geschichten an, einige - wie z.B. über die Kriegserlebnisses des Vaters - sind auch noch für ältere Schüler geeignet.
Der Autor hat bislang als Lektor, Übersetzer und Leiter einer Buchhandlung gearbeitet. Seit 1988 ist er freier Schriftsteller, dies ist sein erstes Buch bei Gerstenberg.
Das Buch spricht durch die besondere Art der Umschlaggestaltung an: ein schwarzer Scherenschnitt auf kräftigem Blau weist in einzelnen Bildern auf die Episoden des Buches hin. Ein wunderschönes Inhaltsverzeichnis schon auf dem Cover!
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 htd , Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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