GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Schroeder, Binette
Titel Ritter Rüstig und Ritter Rostig
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Schroeder, Binette
ISBN 978-3-314-01701-8 Reihe
Verlag Nord-Süd, Gossau, 2009
Seitenzahl 32 Preis 13,80 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Klassenlesestoff
Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 6-7
8-9
4-5
Inhaltsangabe Ritter Rostig und Ritter Rüstig sind Nachbarn und beste Freunde. Gemeinsam mit ihren Frauen verbringen sie viel Zeit miteinander. Scheinbar als Krönung ihres Glücks wächst zwischen ihren Burgen plötzlich eine geheimnisvolle Blume. Da ist es mit der Freundschaft vorbei. Denn, wem sie gehören soll, das wissen beiden Ehefrauen ganz genau. Nur leider stimmen ihre Vorstellungen darin überhaupt nicht überein.
Beurteilungstext Freundschaft ist Freundschaft, das wissen Ritter Rostig, seine Frau Salbadrine, Ritter Rüstig und seine Frau Amarone ganz genau. Nur ist die Freundschaft plötzlich vorbei, als eine geheimnisvolle Blume genau in der Mitte zwischen ihren Burgen wächst. Niemand hat sie ausgesät, doch beide Ehefrauen erheben Anspruch darauf. Es kommt wie es kommen muss. Nach einem zünftigen Streit, der sich zum Glück auf ein Schimpfwortturnier beschränkt - beide Ritter scheinen eine gewalttätige Auseinandersetzung nicht zu favorisieren - ziehen alle so sehr an der Blume, bis diese zerbricht. Nun senkt sich mit dem Winter schweigende Wut über die Welt und es herrscht aggressive Funkstille zwischen den Burgen. Als im Frühling aber dann ganz viele neue Blumen wachsen, sieben in jedem Burggarten, können die Ritterpaare ihren Zorn nicht länger aufrecht erhalten. Nun haben alle etwas davon und der Streit wird überflüssig. Ende gut, alles gut.
Binette Schroeder erzählt in ihrem neuen Bilderbuch eine äußerst optimistische Geschichte. Der Streit, der sich an der Hab- und Selbstsucht der Menschen völlig sinnlos entfacht, wird durch die Natur und ihren Schutz überflüssig gemacht. Der Mensch scheitert nicht an seiner Unfähigkeit zur Selbstlosigkeit. Vielmehr wird hier eine Instanz eingeschaltet, die in diesen Denkwelten gar nicht vorkommt, die Natur. Sie denkt weiter als der Mensch, und auch wenn sie seinen Launen mitunter zum Opfer fällt, zeigt sie in ihrem Wesen doch den längeren Atem, der nicht nur sie selbst überleben lässt, sondern auch den Menschen Heilung schenkt.
Diese liebenswerte Geschichte über die einfältigen Ritter und Ritterfrauen, denen man ihre Bosheit kaum übel nehmen kann, ist ein Ausrufezeichen einer ganz und gar optimistischen Weltsicht. Die gewohnt filigranen, geheimnisvollen Collagen der Autorin unterstreichen die märchenhafte Szenerie dieser wunderbaren und versöhnlichen Geschichte nachdrücklich.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 mr, Sachsen-Anhalt

  in der AJuM Datenbank Ja
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