GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Erich Kästner & Isbel Kreitz,
Titel Pünktchen und Anton - Comic
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Kreitz, Isabel
ISBN 978-3-7915-1160-3 Reihe
Verlag Dressler, Hamburg, 2009
Seitenzahl 100 Preis € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Comic
Zielgruppe 8-9
6-7
10-11
Inhaltsangabe Wahr ist eine Geschichte, wenn sie ... wirklich hätte passieren können." Mädchen aus begütertem Haus hat einen armen Freund, der sich um seine kranke Mutter kümmern muss, aber natürlich zu stolz ist, um Hilfe zu suchen. Das Mädchen (Pünktchen) hat ihr Herz auf dem rechten Fleck - ganz der Vater, ein Bankdirektor, ganz im Gegenteil zu seiner Frau, die nur "das gesellschaftliche Leben" im Sinn hat.
Beurteilungstext Als die Welt noch in Ordnung war: Die Figuren haben für den Leser deutlich erkennbare Charaktere, untereinander wissen sie noch nicht alle so ganz genau, was sie voneinander zu halten haben - das macht den Charme und die kleine Spannung aus. In Wirklichkeit ahnen wir natürlich schon lange, wie die Geschichte ausgehen wird.
Jede Figur hat eine Gegenfigur oder eine, die sie ergänzt: Kindermädchen und Köchin, Kindermädchen und Ganove, Anton und Ganovenjungen, Anton und Pünktchen, Direktor und Ehefrau, Ehefrau und Antons Mutter.
Die Geschichte spielt zu einer Zeit, in der man noch Streichhölzer des Abends verkaufen konnte, weil das Betteln bestimmt verboten war. Man hatte noch Zeit, trug "Zugstiefel" und rauchte Zigarre, wenn man sie sich leisten konnte. Oder man versteckte sein Elend, wenn man edel war, oder wurde kriminell wie Robert, der ‚Freund' der Kinderfrau.

Isabel Kreitz erzählt die Geschichte mit durchschnittlich 6 Bildern pro Seite. Ihre Figuren sind plakativ und spiegeln deutlich die Charaktere wieder. Man sieht einigen die Verschlagenheit an, anderen wiederum die Lebensfreude und die Sorge um die Freunde. Anton ist das, was man früher "grundanständig" nannte, und so stellt ihn die Illustratorin dar: Ärmlich gekleidet, aber sauber, voller Sorge, aber dennoch fröhlich.
Bleibt zu fragen, ob es der Text von Kästner nicht auch getan hätte. Antwort, ja. Aber eine schöne Adaption für Lesefaule ist dennoch gelungen.

Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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