GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
Titel Nussknacker und Mausekönig
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Sprecher: Noethen, Ulrich
ISBN 978-3-86717-501-2 Reihe
Verlag Hörverlag, München, 2009
Seitenzahl Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Audio-CD Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 10-11
Inhaltsangabe Weihnachtsbescherung in einer großbürgerlichen Familie zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Während Fritz sich über seine neuen Zinnsoldaten freut, verliebt sich Marie in einen putzigen Nussknacker, der irgendwie dem Paten Droßelmeier ähnelt, einem Freund der Familie. Der wird bald eine wichtige Rolle spielen, in dem, was Marie nun erlebt. Zur Geisterstunde wird sie nämlich Zeugin einer Schlacht zwischen einem Mausekönig und dem Nussknacker. Für Marie der Beginn eines mysteriösen Abenteuers.
Beurteilungstext Rechtzeitig zum Weihnachtsfest 2009 erschien der Weihnachtsklassiker von E.T.A. Hoffmann in neuem Gewand als Hörbuch. Die Bearbeiterin Anneli Knoblauch hat sich redlich Mühe gegeben, das für Kinder sprachlich manchmal etwas schwer zu verstehende literarische Original zu aktualisieren, ohne ihm dabei den poetischen Zauber zu entziehen. Auch hat sie bei allzu umschweifigen Passagen leichte Kürzungen vorgenommen. Dennoch fragt man sich, ob unsere “action”-gewohnten Kinder die nötige Geduld aufbringen werden, sich die ausführlichen Beschreibungen des Puppenreichs und seiner Hauptstadt anzuhören, zumal da auch so exotische Begriffe wie Großmogul, Janitscharen, Brasilholz, Armenier und weitere aufgeführt werden. Den Kindern Fritz und Marie Hitzig, für die E.T.A. Hoffmann die Geschichte 1816 schrieb, waren sie vermutlich vertrauter, zumal sie sicher dem gehobenen Bildungsbürgertum angehörten. Ähnliches gilt für die minutiös geschilderte Schlacht zwischen der Armee des Mausekönigs und dem Nussknacker mit seinem Heer von Zinnsoldaten. Da wimmelt es von Husaren, Artillerie und Kavallerie, ja, selbst das berühmte Shakespearezitat “Ein Pferd, ein Pferd ...” wird angeführt.
Die Atmosphäre jedoch, die zwischen Traum, Fantasie und Wirklichkeit hin- und herschwankt, wird durch die einfühlsame Interpretation des Schauspielers Ulrich Noethen meisterhaft getroffen.
Einen besonderen Akzent setzt die Musik, bestehend aus zwei Akkordeons, einer Gitarre und einem elektronischen Musikinstrument namens Theremin. Bereits zu Beginn signalisiert ein merkwürdiges Brummen die leicht unheimliche Atmosphäre, womit die Erzählung anfängt. Besonders eindrucksvoll ist die Musik jedoch, wenn sie das Getrappel des Mäuseheers imitiert. In den eher lyrisch-fantastischen Passagen schwebt sie als Sphärenmusik über dem Erzählten.
Alles in allem ein eher anspruchsvolles Hörbuch, dessen Reiz nicht jedem Kind gleichermaßen zugänglich sein wird, es sei denn, es handelt sich um ein ähnlich verträumtes Wesen wie die kleine Marie in der Erzählung.
Vielleicht wäre eine dramatisierte Form des Märchens für manche Kinder attraktiver.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 bifi, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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