GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Bauer, Michael Gerard
Titel Nennt mich nicht Ismael
Übersetzer / Originalsprache Mihr, UteEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-423-62425-0 Reihe dtv
Verlag dtv, München, 2009
Seitenzahl 299 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
Inhaltsangabe Ismael leidet unter Mobbing in der Schule.
Beurteilungstext Der sensible Ismael ist mit seinem, wie er findet, ungewöhnlichen Vornamen unzufrieden.”Ich bin vierzehn Jahre alt und leide am Ismael-Leseur-Syndrom.” In der Schulklasse gibt es eine Gruppe Mitschüler, die ihn ständig hänselt und seinen Namen verballhornisíert. Er fühlt sich als Versager. Ismael wird mit einer Vielzahl von Mobbingarten konfrontiert. Es ist für den Leser schon bedrückend zu erfahren, wie der Schüler darunter leidet und kaum Mittel findet, um dagegen anzugehen. Etwas Erleichterung erfährt Ismael durch James Scobie, der neu in seine Klasse kommt und mit dem er sich anfreundet. James lässt die Anmache nicht an sich herankommen; er kontert mit sprachlichen Mitteln. In epischer Breite wird erzählt, wie James mit Sprache gegen Mobbing angeht. Es kommt nie zu Handgreiflichkeiten oder Schlägereien. Die Macht der Sprache und die Geduld steht im Mittelpunkt. “Worte sind mächtig,” sagt die Lehrerin. James gründet in der Schule einen Debattierclub, um mit seinen Freunden die Sprache zu trainieren. Anfänglich hat Ismael panische Angst vor einem Publikum zu sprechen, aber die Gruppenmitglieder unterstützen ihn und lassen ihn nicht fallen. Außerdem lernt der Junge die nette Kelly Faukner kennen. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Das macht das Geschehen authentisch. Der Text wirkt so, als schreibe sich der Protagonist seine bedrückenden Erlebnissse von der Seele. Der Leser bleibt nahe an der Hauptperson. Die Text ist vorsichtig angepasst an die Sprache Pubertierender. Lockere Übertreibungen, kühne Vergleiche und lebendige wörtliche Rede gestalten den Sprachstil jugendgemäß. In den Gesprächen des Debattierclubs gelingt es dem Autor zu zeigen, wie bewußt mit Sprache umgegangen werden kann. Wiederholt macht er deutlich, dass eine Gliederung des Vortrags unabdingbar ist, dass Argumente und Gegenargumente vorab besprochen werden und übersichtlich auf Kärtchen notiert werden müssen. Geschickt versteht es der Autor immer wieder das Augenmerk des Jungen auf Melvilles Roman “Moby Dick” zu lenken. Denn in diesem gibt es auch einen Ismael (danach haben seine Eltern den Namen ausgewählt), und der ist keineswegs ein Versager, aber mit ihm kann sich der Schüler trotzdem identifizieren. Insgesamt ist dieser Jugendroman ein anspruchsvolles Buch zum Nachdenken. Es bietet viele Gesprächsanlässe.














Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 WF, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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