GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Bauer, Michael Gerard
Titel Nennt mich nicht Ismael
Übersetzer / Originalsprache Mihr, UteEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-423-62435-0 Reihe
Verlag dtv, München, 2009
Seitenzahl 301 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Roman
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Das Leben eines 14jährigen ist nicht immer leicht. Unerträglich kann es werden, wenn man von seinen Eltern den falschen Namen erhält. So wie Ismael. Der leider seit der achten Klasse an "ILS" - am "Ismael-Leseur-Syndrom". Doch manchmal bietet das Leben überraschende Lösungen.
Beurteilungstext Ismael hat eine Theorie: "Das Ismael-Leseur-Syndrom wird von einem tödlichen Virus ausgelöst, das aus der Verbindung von ‚Ismael' und ‚Leseur' entsteht." Denn obwohl seine Verwandten den gleichen Nachnamen tragen, leidet niemand sonst unter diesen schrecklichen Symptomen. Seine Schwester Prue zum Beispiel. Die ist ein Beinah-Genie. Ismael hingegen fühlt sich "wie der einzige Mensch, der den Job des Dorftrottels nicht bekommen hat, weil er hoffnungslos überqualifiziert ist." Schuld an dieser Misere ist sein Vater. Und ein Schriftsteller. "Nennt mich Ismael" lautet der erste Satz seines Romans "Moby Dick" - "Vielen Dank, Herman! Allerdings schien bis zur achten Klasse alles in bester Ordnung. Niemand störte sich an Ismaels Namen. Auch Ismael nicht. Doch dann kommt die Neunte und mit ihr Barry Bagsley, der Klassenrowdy. Was immer Barry in seinem bisherigen Leben geleistet hat - seine Berufung lautet nun: Ismael Leseur quälen. Ismael ist bereit sich dieser Schmach zu beugen. Er versucht sich einfach möglichst unsichtbar zu machen. Diese Taktik endet mit dem Auftauchen eines neuen Mitschülers. James Scobie soll nicht nur neben Ismael im Englischunterricht sitzen, er soll von ihm auch noch in die neue Schule eingeführt werden. Im Grunde genommen wäre das nichts Schlimmes. Wenn da nicht diese Auffälligkeiten an Scobie wären. "Das Gesicht an sich war nicht bemerkenswert, vielleicht ein bisschen pausbäckig, (...), aber sonst war alles dort, wo es sein sollte. Allerdings verzog und verzerrte James Scobie seinen Mund immer wieder so sehr zu einer Seite, dass ein Auge von einem faltigen Blinzeln und einer wie einer Kapuze überhängenden Augenbraue verschluckt wurde." Vorbei ist es mit der Unsichtbarkeit. "He, Piss-Wal, du hast ja eine neue Freundin." Super. Nur hatte Ismael nicht mit James Mut gerechnet. Und mit der Macht der Worte.
Gemeinsam mit Ismael und drei anderen Klassenkammeraden gründet James eine Debatiermannschaft. Für Ismael beginnt damit ein Alptraum. Er erlebt die größte Peinlichkeit seines Lebens, glaubt an das verrückteste Vorhaben - und erlebt die beste Zeit seines Lebens.
In seinem ersten Roman "Running Man" erzählt Michel Gerard Bauer die Geschichte eines Jungen, der Menschen begegnet, die so ganz anders sind, als andere. Er erfährt, was Toleranz und Respekt bedeutet. Auch in seinem neuen Buch erzählt der Autor von Menschen, die anders sind. Und davon, welche Kraft Sprache besitzt. Doch eines ist in seinem neuen Buch ganz anders: Es ist unglaublich komisch! Und so wird Ismaels verzweifelter Kampf gegen den Klassenrowdy für den Leser zum Kampf mit den Lachmuskeln. Ein Beispiel? Geht nicht. Da müsste ich jetzt das ganze Buch zitieren. Oder Seiten lang abschreiben. Man muss sie erleben, diese Figuren, Ismaels und seine Freunde, wie sie zum Beispiel verzweifelt versuchen ein Thema für eine Debatte vorzubereiten. "Prindabel: Neuseeland war das erste Land, in dem Frauen wählen durften. Orazio: Du leidest nicht zufällig an einer spezifischen Form des Tourette-Syndroms für Computerfreaks? Was zum Teufel hat das Wahlrecht für Frauen in Neuseeland mit unserem Problem zu tun? Prindabel: Na, Herr der Ringe wurde in Neuseeland gedreht, und wir reden von Premierministern und der Regierung. Orazio: Hast du wieder mit dem Kopf in der Mikrowelle geschlafen? Ich: Immer mit der Ruhe, Razz, komm wieder zum Thema zurück, ja? Orazio: Ich? Ausgerechnet ich? Kingsley schwadroniert hier herum, als hätte er zu viele Hobbit-Pfeifen geraucht. Und Prindabel wird uns gleich erzählen, dass der siebte Premierminister Australiens Tolkins Lieblingskind war. Und was deine Weisheiten angeht, Leseur, die habe ich alle auf diese Briefmarke geschrieben, mit doppeltem, Zeilenabstand und besonders großer Schrift. Und schau mal, da ist immer noch massig Platz für dein Foto." Und dann ist da diese Szene .... Ach, selber lesen! Jetzt Auch als Taschenbuch erhältlich.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 ar, Bremen

  in der AJuM Datenbank Ja
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