GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Neider, Andreas
Titel Mobbing & Gewalt unter Kindern und Jugendlichen Herausforderung für Erziehung und Bildung
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7725-2286-4 Reihe
Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2009
Seitenzahl 301 Preis 19,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Ratgeber
Zielgruppe ab 18
Inhaltsangabe Die Gewalt und Kindern und Jugendlichen nimmt zu. Aber auch die gewaltsamen Übergriffe auf Erwachsene ist nicht mehr selten. Wie kann man dieser wachsenden Brutalität begegnen? Ein Ratgeber auf der Basis der Waldorfpädagogik.
Beurteilungstext Die Gewalt innerhalb der Gesellschaft scheint zuzunehmen. Mobbing und gewaltsame Übergriffe unter Jugendlichen aber auch Kindern sind keine Seltenheit. Immer häufiger fühlen sich auch Lehrer und Erziehende bedroht. Doch woher kommt diese wachsenden Gewaltbereitschaft. Und wie lässt sich der Brutalität von Kindern und Jugendlichen begegnen?
Andreas Neider, Philosoph, Historiker und Ethnologe lässt verschiedene Autoren zu Wort kommen. Dabei wird das Phänomen der Jugendgewalt und des Mobbings unter Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Es geht um psychologische Voraussetzungen von Gewalt generell und ihre Heilungsmöglichkeiten (Rudi Ballreich). Aspekte der Neuropsychiatrie referiert Thomas Fuchs. Er stellt die Frage nach den biologischen Grundlagen. Karl Gebauer erzählt aus dem schulischen Alltag, mit dem seelischen Vakuum setzt sich André Bartoniczek auseinander. Beispiele aus der Praxis der Gewaltprävention und -bewältigung gibt die Lehrerin Ursula Grünewld an die Hand und ihre Kollegin Angelika Ludwig-Huber skizziert einen Mobbingfall. Von Schlichtungshelfern und der Kraft der Musik sowie der Macht der Sprache erzählen vier weitere Autoren.
Grundlage der Auseinandersetzung mit diesem aktuellen Thema ist bei allen Beiträgen die Anthroposophie Rudolf Steiners. Das Buch will nicht nur eine theoretische Auseinandersetzung, sondern auch ein Anstoß zur Veränderung im mitmenschlichen Umgang sein. So verbleibt es nicht bei dem Blick auf (Waldorf)Schule und Elternhaus, sondern fragt darüber hinaus nach der gesellschaftlichen Verfassung, die Amokläufe und tödliche Gewalt gegenüber Unschuldigen möglich macht. Neben theoretischen Texten sollen konkrete Hilfestellungen geboten werden. Ein hoher Anspruch, dem die Autoren mit ihren Beiträgen nicht genügen können, da keine breite wissenschaftlich Basis besteht. Wer also ein wissenschaftlich fundiertes Werk erwartet, wird nur teilweise fündig werden.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 ar, Bremen

  in der AJuM Datenbank Ja
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