GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Dayre, Valérie
Titel Miranda geht
Übersetzer / Originalsprache von Vogel, MajaFranzösisch
Illustrator
ISBN 978-3-551-55449-9 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 88 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Die Sommerferien gehen zu Ende. Alexandre und Claire besuchen in dem kleinen Küstenort einen merkwürdigen Zirkus, dessen Attraktion Miranda, “die dickste Frau der Welt” ist. Die Kinder lernen Miranda kennen und sind gebannt von ihr. Als sie erfahren, dass sie noch nie das Meer gesehen hat, bringen sie die junge Frau auf eine Insel. Dort verleben sie einen unvergesslichen Tag, den Miranda besonders genießt. Doch nach einem Walzer und dem ersten Kuss sinkt sie zu Boden und hört auf zu atmen.
Beurteilungstext Valérie Dayre fängt mit ihrer Sprache in gelungener Weise die Stimmung des verschlafenen, kleinen Küstenortes und des zu Ende gehenden Sommers ein. Und nicht nur der Sommer geht zu Ende - Miranda geht im doppelten Sinn: Zum einen verlässt sie die enge Begrenzung des Wohnwagens (und den Direktor des Zirkus Theodule), zum anderen geht sie aus diesem Leben.
Anrührend beschreibt die Autorin die Welt und Sichtweise der Kinder, die Miranda “retten” wollen und den Gedanken nicht ertragen, dass sie bislang nur die enge Welt des Zirkus kennen gelernt hat und noch nie das Meer gesehen hat. So bescheren Claire, Alexandre und deren Freund Rocco der jungen Frau den schönsten und ungewollt zugleich letzten Tag ihres Lebens.
Dieses liebevoll geschriebene und etwas melancholische Kinderbuch ist nichts für den durchschnittlichen Leser. Obwohl die nächtliche Rettungsaktion einer gewissen Spannung nicht entbehrt, steht etwas anderes im Vordergrund: Mitmenschlichkeit, Wahrnehmung anderer, Naturerfahrungen und die Frage: Was macht das Leben aus?
Das Kinderbuch eignet sich für nachdenkliche Kinder, die gern Fragen stellen (und auch jemanden haben, der sie beantwortet) und mit einem Ende umgehen können, das kein Happy End ist. Als gemeinsame Lektüre im Unterricht ist das Buch nicht unbedingt zu empfehlen, eher zum Vorlesen in kleinen Gruppen oder für das Lesen zu Hause. Auch zur Auseinandersetzung mit dem Thema “Leben und Tod” ist es für ältere Grundschüler und Kinder bis etwa zur 8. Klasse geeignet.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 htd, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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