GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Wendt, Albert
Titel Marta-Maria
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7026-5816-8 Reihe
Verlag Jungbrunnen, Wien, 2010
Seitenzahl 91 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 6-7
8-9
Inhaltsangabe Marta Maria und ihr Vater leben zufrieden miteinander. Der dicke Vater liebt seine phantasievolle Tochter über alles. Das kleine Mädchen testet diese Liebe gern aus. Oft muss der Vater seine Freunde rufen. Mit ihrer Hilfe wird die Ordnung immer wieder hergestellt. Witzig und zu Herzen gehend
Beurteilungstext Eine märchenhaft schöne und skurrile Geschichte von einem Kind, das ganz konsequent tut, was es will. Es will immer, immer im Mittelpunkt stehen. Es will unterhalten werden und stets das tun, was ihm selbst gerade einfällt. Es will geliebt werden, ohne wenn und aber, einfach nur geliebt. Und wunderbar, seine Erwachsenen, der dicke Vater mit seinen Freunden hätscheln und umsorgen Marta-Maria. Der Kinderbuchautor Zweinullsieben erfindet Geschichten für sie, Carmen Dudel geht unaufgeregt auf Marta-Marias Spiele ein und holt sie in die Realität zurück. Nur der Kater Iwan Iwanowitsch lässt sich von den Zickereien nicht beeindrucken, er beobachtet kühl und zieht sich zurück. Von den ganz alltäglichen Abenteuern, die die fünf miteinander erleben, wird unaufgeregt und sachlich berichtet. Nichts wird bewertet oder pädagogisch kommentiert. Korrekt werden Leser informiert. Kinder sind natürlich auf Marta-Marias Seite und genießen das maßlos egozentrische Verhalten mit ihr. Jeder würde ja selbst manchmal gern wie dies Mädchen sein, aber man weiß ja schon, das führt zu nichts. Und man kann sich auch schon in andere und deren Empfindungen hineinversetzen. So wie Marta-Maria kann man sich nicht wirklich verhalten, wenn man ein vernünftiger Fünf- oder Achtjähriger ist..
Ein rührender Spaß für erwachsene Vorleser, so lieb müsste man sein können und so klug im Umgang mit Kindern, denkt man manchmal.
Für Kinder einfach eine hinreißende Fluchtgeschichte. An Marta-Marias Seite einfach mal das tun, was man wirklich nicht tun kann, leider.
Elf Episoden können Leser miterleben, sie sind in sich abgeschlossen. Wer vorliest kann auswählen. Ein Vorlesespaß und für junge Leser auch eine nachdenklich machende Lektüre. Die Erwachsenen erscheinen so verletzlich, das geht zu Herzen.

Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Pfn, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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