GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Engström, Mikael
Titel Ihr kriegt mich nicht
Übersetzer / Originalsprache Kicherer, BirgittaSchwedisch
Illustrator
ISBN 978-3-446-23379-9 Reihe
Verlag Hanser, München, 2009
Seitenzahl 272 Preis 15,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
16-17
Inhaltsangabe Mik ist es gewohnt sich zu verbergen. Das hat ihm sein großer Bruder Tony klargemacht. Wenn die Behörden erst mitkriegen, dass seine Mutter tot ist und sein Vater sich deshalb regelmäßig so zusäuft, dass die beiden Jungen sich so gut es geht um ihn und sich selbst kümmern müssen. Aber irgendwann kriegen sie es mit und Mik wird zur Schwester seines Vaters geschickt. Dort erfährt er Geborgenheit. Aber er kann nicht dort bleiben. Die Behörden entscheiden anders und Mik wehrt sich.
Beurteilungstext Wenn Astrid Lindgren in der heutigen Zeit schreiben würde, hätte sie dieses Buch schreiben können. Deshalb ist das dritte Buch des schwedischen Autors auch schon mehrfach ausgezeichnet worden.
Im Mittelpunkt des Buches steht Mik, dem das Leben übel mitspielt. Aber er nimmt es, wie es kommt, und macht sich seine eigenen Gedanken. So findet er immer wieder etwas, worüber er staunen und sich freuen kann. Der trockene Humor, der gut zu einem lebendigen Zwölfjährigen passt, macht das Buch lesenswert.
Mik öffnet den Leuten von der Sozialbehörde aus Versehen. Eigentlich ist es ein großes Glück, dass Mik zu seiner Tante Lena in den hohen Norden kommt. Er kann aufhören sich zu verbergen und gewinnt bald Freunde unter den Kindern und auch unter den kauzigen Erwachsenen. Aber nach der Entziehungskur seines Vaters schicken die Sozialbehörden Mik wieder zurück zu ihm. Bald ist es wieder so schlimm mit ihm wie zuvor. Diesmal soll Mik dauerhaft in eine Pflegefamilie, denn seine Tante lebt allein und das passt nicht in das Profil für eine behütete Kindheit. Aber in der Pflegefamilie wird er als billige Arbeitskraft in der Hundezucht eingesetzt und eingesperrt. Schließlich läuft er weg bis nach Hause, wo er feststellt, dass es kein zuhause mehr gibt. Das Schild an der Tür ist ausgetauscht, Tony ist im Gefängnis, wie sich später herausstellt. Mik wird beim Ladendiebstahl erwischt und die Behörde bringt ihn wieder zurück in die Pflegefamilie.
Es ist schlimmer denn je und wieder läuft Mik davon. Diesmal schlägt er sich zu seiner Tante Lena durch. Aber Goldzahn und Papageienfrau von der Sozialbehörde finden ihn auch dort. Es kann lange dauern bis die Behörden über den komplizierten Sorgerechtsantrag von Tante Lena entschieden haben. Wieder reißt Mik aus, diesmal mithilfe der Kinder aus dem Ort auf einem Floß. Mehr als einmal kommen sie in lebensgefährliche Situationen. Als sie schließlich erschöpft in den Ort zurückkehren, haben alle Bewohner des Ortes unterschrieben, dass Mik bei ihnen bleiben soll. Aber Behörden haben andere Maßstäbe. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen, bei denen Mik sein Leben riskiert, denn er ist fest entschlossen "Ihr kriegt mich nicht!".
Dieses sozialkritische Buch ist trotz des deprimierenden Bildes eines Sozialstaates ein aufbauendes Buch. Die Menschen, besonders in Lenas Dorf, sind schrullig liebenswürdig, akzeptieren einander in ihrer Schrulligkeit. Dorthin passt Mik.


Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Ei, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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