GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Glück, Gesa und Gerhard
Titel Ich mag keine Suppe
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Glück, Gesa und Gerhard
ISBN 978-3-8303-1145-4 Reihe
Verlag Lappan, Oldenburg, 2009
Seitenzahl 40 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 4-5
6-7
8-9
Inhaltsangabe Kaspar kommt von der Schule nach Hause und riecht gleich: es gibt Suppe. Und er mag keine Suppe. Verdrossen sitzt er vor dem Teller, Nachtisch gibt es nur, wenn er die Suppe isst. Da entdeckt er etwas im Teller - je mehr er isst, desto deutlicher wird´s: ein U-Boot. Die Besatzung steigt aus dem winzigen Boot aus und möchte in die Spree entlassen werden. Beinahe geht´s noch schief, aber doch kann Kaspar das Schiff heil in die Spree setzen. Bald kommt ein Dankesbrief mit einem winzigen Orden.
Beurteilungstext Die Bilder der beiden Glücks erzählen so genau, dass der Text fast überflüssig wird. Kräftige Farben und realistische Ansichten der Wohnung und der Personen zeigen die absurden Gegensätze der realen und der Miniwelt.
Der Junge heißt zwar programmatisch Kaspar, doch die Erziehungswelt des Hoffmannschen Suppenkaspar gibt es nicht mehr. Zwar ist es immer noch so, dass Kinder eine Suppe nicht mögen, aber solch katastrofale Auswirkungen wie zu Hoffmanns Zeiten sind nicht mehr angesagt. Hier ist es ein uninteressierter Vater, dem seine Zeitung wichtiger ist als der Junge und ein größeres Druckmittel als den Nachtisch gibt es einfach nicht. Ich hoffe ja, dass das für alle Familien so zutrifft.
Und Fantasie haben Kinder immer. Ein U-Boot ist durchaus vorstellbar und die kleinen Figuren, deren Pendant unser Kaspar von der Modelleisenbahn her kennt, könnten ja auch lebendig werden. Dass ein Unglück - was im Verlaufe der Erzählung einfach passiert - keine Katastrofe bleiben muss, zeigt die Lebendigkeit des Jungen. Und so kann er die Mannschaft retten, ebenso mit Hilfe seines Atlasses, weil sie nicht mehr wissen, wo sie eigentlich sind. Und so ist der Dankesbrief am Schluss auch gerechtfertigt. Nicht jeder kann Menschenleben retten, auch wenn es nur kleine sind. Und dass der Orden so klein ist, dass ihn eigentlich niemand sehen kann, stört Kaspar keineswegs.
Ein schönes kleines Bilderbuch.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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