GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Rusch, Regina
Titel Ich leb jetzt hier- Die Geschichte einer Einwandererfamilie
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Skibbe, Edda
ISBN 978-3-570-22105-1 Reihe
Verlag cbj, München, 2010
Seitenzahl 153 Preis 5,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 8-9
10-11
Inhaltsangabe Shahin ist 10 Jahre alt, als er mit seinen Geschwistern und der Mutter aus dem Irak über Syrien nach Deutschland kommt. Sprachlos steht er in der neuen Welt, nachts durchlebt er Durchlebtes in Albträumen. Er steht vor der großen Aufgabe, in Deutschland Fuß zu fassen.
Beurteilungstext Shahin hat Angst: Angst vor der neuen Schule, Angst vor der Sprache, Angst vor der für ihn nicht lesbaren neuen Schrift. Ohne denVater ist die Familie in das fremde Land gekommen. Hilfen zur ersten Orientierung geben zwei erwachsene Frauen, die sich um die Familie kümmern.
Shahins denkt oft an die schöne Stadt Bagdad, sein früheres Leben und die überstandenen Gefahren. Er hat Heimweh. Jetzt ist er im Land der “Murmelkrächser”. So nennt er die Deutschen, denn ihre Sprache hört sich für ihn so an.
Wie fühlt man sich in einem Land ohne Sprachkenntnisse? Wie fühlt man sich, wenn man Matheaufgaben lösen kann, dies aber nicht mitzuteilen vermag? Wie fühlt man sich, wenn man als guter Schüler mit 10 Jahren in die zweite Klasse gesetzt wird?
Viele Deutsche sind nett und hilfsbereit, aber auch Fremdenfeindlichkeit bekommen die Kinder zu spüren.
Erste Sprachkenntnisse und ein Hobby öffnen den Weg in die neue Welt. Shahin ist stolz auf das Gelernte. Er ist begeisterungsfähig, lernbegierig, er überwindet seine Ängste durch seine offene Art.
Die Autorin wendet einen Kunstgriff an, um dem Leser Shahins sprachliche Situation zu verdeutlichen. Sie arbeitet mit einer Kunstsprache, wenn Deutsche etwas sagen. Entschlüsselungsshilfen findet Leser im Anhang.
Kleine Illustrationen eröffnen die insgesamt 24 Kapitel.
Das Nachwort von Reinhild Süßenguth, Landesfachberaterin für Interkulturelle Bildung und Deutsch als Fremdsprache am Institut für Qualitätsentwicklung in Schleswig-Holstein, richtet sich eher an Erwachsene.
Der Inhalt des Buches wird kurz zusammengefasst, der Begriff Asyl wird erklärt und es gibt Tipps zur Eingliederungshilfe in Schulen.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 fee, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund