GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Richter, Jutta
Titel Hexenwald und Zaubersocken
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Mühle, Jörg
ISBN 978-3-446-23517-5 Reihe
Verlag Hanser, München, 2010
Seitenzahl 96 Preis 9,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 8-9
Inhaltsangabe Die Hexe Karla ist jung und schön und wohnt in einem großen, finsteren Wald. Dorthin verirrt sich selten jemand. Deshalb ist Karla oft einsam. Robert hat helle Augen mit braunen Pünktchen und wohnt in einer großen, grauen Stadt. Er ist Kohlenträger und hat immer schwarze Fingernägel. Deshalb hat er bei Mädchen wenig Glück und ist auch oft einsam. Dass die beiden ein Paar werden, liegt an den roten Zaubersocken: Wer die nämlich geschenkt bekommt und anzieht, der landet in Karlas Hexenhäuschen.
Beurteilungstext Das Buch hat den Untertitel "Eine Geschichte vom Glück, und es handelt sich dabei um die Liebesgeschichte von Karla, der Socken strickenden jungen Hexe und Robert, dem Kohlenträger, der Geschichten sammelt und stets schwarze Fingernägel hat. Beide sind irgendwie Außenseiter. Karla im wahrsten Sinne des Wortes, weil sie in einem undurchdringlichen Wald wohnt und Robert wegen seiner schwarzen Fingernägel, die ihm kaum Chancen bei Mädchen erlauben. Beide sind jedoch füreinander bestimmt - und das kann natürlich nur mit Hexerei passieren. In dieser Liebesgeschichte geht die Liebe nämlich nicht wie im Sprichwort durch den Magen, obwohl Karlas selbstgebrauter Brombeerwein sicher auch eine Rolle gespielt haben mag, nein, hier geht die Liebe vor allem durch die Ohren. Die beiden kommen sich nämlich durch das gegenseitige Geschichtenerzählen näher. Aber auch die alte Frau Schott hat ihre Finger im Spiel, denn auch sie ist in Wirklichkeit eine Hexe und verfügt über einen Zauberspruch, der auch über weite Entfernungen wirkt. Diese Frau Schott erzählt nämlich Robert die allerschönsten Geschichten. Unter anderem die von der Hexe Karla im großen Wald. Dazu schenkt sie ihm ein Paar rote Zaubersocken. Mit denen landet er dann bei Karla. Und - wie verhext - verlieben sich die beiden ineinander. Das bewirkt die Magie der Geschichten. Es sind allesamt Hexengeschichten, die in die Rahmenhandlung, also die Liebesgeschichte, eingefügt sind. Visualisiert werden sie durch die hübschen, zarten Vignetten des Illustrators Jörg Mühle. Das Buch endet so, wie es begonnen hat: Robert und Karla erzählen ihrer Tochter Hermine die Geschichte von der jungen, einsamen Hexe im Wald. Ein wunderbar poetischer Schluss, so wie das ganz Buch voller Poesie und Zauber steckt, wozu auch die unprätentiöse Sprache beiträgt.
Eine zauberhafte Geschichte für kleine Hexenfans, die eine Alternative zur bekannten Hexe Lilli suchen. Die Hexe Karla ist nämlich keineswegs das kesse und stets auf Schabernack bedachte Hexlein, sondern ein eher ernsthaftes Geschöpf, das samstags Frieden zaubert, das aber auch Angst und Einsamkeit kennt, so dass sich jedes Kind wunderbar mit ihr identifizieren kann.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 bifi, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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