GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Richter, Jutta
Titel Hexenwald und Zaubersocken
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Mühle, Jörg
ISBN 978-3-446-23517-5 Reihe
Verlag Hanser, München, 2010
Seitenzahl 32 Preis 9,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 8-9
10-11
Inhaltsangabe Eine Geschichte, die von Wahrheit und Wirklichkeit erzählt und von Geschichten, die das Leben von Hexen und ehemaligen Hexen und von Kohlenträgern schön machen. Und wenn zwei sich lieben, dann merken sie das - spätestens dann, wenn die Füße mit den roten Socken kribbeln.
Beurteilungstext Das Buch ist optisch gegliedert. Die "erfundenen" Seiten sind mit einer Girlande im Jugendstil umrahmt, die "wahren" Seiten kommen schlicht daher. Beide begegnen sich durch die wichtigen Personen, und das sind: die Hexe Karlotta Ingwer Loretta genannt Karla und der Kohlenträger Robert. Die Geschichte spielt also in einer Zeit, in der es noch Kohlenhändler gab, Wohnungen in ihren Kellern diese Kohlen lagerten, um die Öfen an zentraler Lage der Wohnung zu heizen: Kohlen holen, Papier, Holzspan und Sauerstoff von unten. Ja, damals fror man entweder, oder man wusste den Ofen zu bedienen.
Robert ist nur der Handlanger des Kohlenhändlers, seine Hände werden niemals sauber. Das führt dazu, dass er sich niemals frei fühlt und alle Mädchen ihn früher oder später stehen lassen. Aber er macht seine Arbeit auch gern, sorgt er doch gerade für die alten Menschen. Frau Schlott ("Ich hatte schon Angst, die kalten Nächte würden vor dir kommen.") erweist sich als echte Hilfe, denn sie bringt die Verbindung zwischen Karla und Robert, die sich als Liebe zwischen den beiden erweist.

Das besondere an der Erzählung sind die Wechsel der Erzählebenen. Die Rahmen-Illustrationen helfen zunächst, diese Ebenen auseinanderzuhalten, aber schon bald vermischen sich beide, und in der Tat ist die von Jutta Bauer ausgedachte Wirklichkeit auch keine Realität, aber das Spiel gelingt dennoch. Der Untertitel (Eine Geschichte vom Glück) bezieht sich darauf, dass sich zwei finden, wenn sie sich denn wirklich finden wollen. Da können rote Socken eine Rolle spielen oder Brombeersträucher, die an den Hosen zerren, oder Geschichten, die erzählt werden wollen.

Jörg Mühle begleitet die Geschichte mit seinen Illustrationen und Rahmen. Seine Hexe Karla ist eine blonde junge Frau mit Sommersprossen, schlank in einem blauen Kleid und in der Lage, aus einem großen Knäul roter Wolle viele Socken zu stricken. Die Farben kennen wir nur vom Titelbild, denn im Inneren wird farblos in Grautönen abgebildet. Die Menschen sind eher skizziert als ausgestaltet und tragen ihre Gemütsbewegungen im Gesicht. Das Rollo mit der Kugel-Ring-Schnur ist eher aus Zeit des Illustrators (Jahrgang 1973) als die Schaufel des Kohlehändlers, die so gezeichnet keine (Eier-) Kohlen in die Säcke befördert hätte (man benutzte eher Kohlegabeln mit gebogenen Zinken). Die Figuren gehören aber sowohl in die Zeit der Geschichten wie in die Zeit der Wirklichkeit - welche das immer sein mag.

Format, Titelbild, Anfassgefühl, Inhalt - es spricht ganz viel für dieses Buch.

Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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