GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Korn, Carmen
Titel Herzensjunge
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-570-30650-5 Reihe
Verlag cbj, München, 2009
Seitenzahl 254 Preis 6,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Toni verliebt sich in Jan, einen Freund ihres älteren Bruders Andreas. Er ist gerade mit seinem Vater aus Husum nach Hamburg gezogen. Mit seinen dunklen Locken und dem langen, schmalen Gesicht zieht er Toni unwiderstehlich an. Auch sie gefällt ihm; sie ist das erste Mädchen, zu dem er Vertrauen haben kann. Dennoch muss Toni viel Geduld mit Jan haben. Vieles aus seiner jüngsten Vergangenheit hat er noch nicht verarbeiten können, ausgelöst vom tragischen Unfalltod seiner Mutter.
Beurteilungstext Eine spannend erzählte Liebesgeschichte, die allerdings einen Hang zum Melodramatischen aufweist: Um Jans Herkunft, seine Familiengeschichte, die Figur seines Vaters und den Unfalltod seiner Mutter wird ein dunkles Geheimnis gemacht. Schließlich fahren Tonis Bruder Andreas und der ehemalige Studienkollege von Jans Vater sogar voller Eile nach Husum, da Jan nicht in der Schule erschienen ist, nachdem er vor Gericht eine Aussage über den Unfalltod seiner Mutter machen musste. Voller Angst denken sie, dass Jan oder dem Vater etwas zugestoßen sein könnte. Allerdings stellt sich hinterher heraus, dass Jan mit der Situation einfach überfordert war, einen Nervenzusammenbruch hatte und ein paar Tage im Husumer Klinikum verweilen muss.
Störend wirkt außerdem die Figur des Vaters: Er wird als übertrieben gesundheitsbewusster und penetranter Grundschullehrer und Pädagoge dargestellt, der in Panik gerät, als seine Tochter zum ersten Mal einen Freund hat, weil er sofort denkt, dass sie schwanger werden könnte. Dagegen steht die Figur der jugendlich gebliebenen Großmutter, die ihrer Enkelin sogar ihren Schlüssel gibt als sie im Krankenhaus verweilen muss, damit sie sich in ihrer Wohnung ein ungestörtes “Liebesnest” erschaffen kann. Damit will sie Toni allerdings nicht zum zügellosen Sex auffordern, sondern ihr nur zu einem Ort verhelfen, an dem sie mit Jan alleine sein kann, da sie weiß, wie überfürsorglich ihr Sohn (Tonis Vater) sein kann.
Natürlich ändert sich der Vater am Ende doch noch und isst mit großem Genuss ein Wiener Schnitzel. Ist das nicht vielleicht doch etwas zu übertrieben?
Insgesamt aber eine nette, unterhaltsame Geschichte für junge Mädchen; nur großartig darüber nachdenken sollte man nicht!




Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 Fe, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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