GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Tuma, Tomas u.a.
Titel Graviton - Eine fantastische Weltreise
Übersetzer / Originalsprache Dreller, Christiannicht angegeben
Illustrator ncht angegeben
ISBN 978-3-7891-8454-3 Reihe
Verlag Oetinger, Hamburg, 2009
Seitenzahl 64 Preis 19.90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hartpappe Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 12-13
10-11
14-15
Inhaltsangabe Veronique und Francois entdecken gemeinsam mit ihrem Cousin Martin ein Luftschiff, das Graviton, das ihr verschollener Großvater konstruiert hat. Als sie es betreten und aus Versehen einen Hebel berühren setzt es sich in Bewegung und eine Reise um die Welt nimmt ihren Lauf. Der Flug beginnt in Frankreich und führt die Kinder über Afrika, Kleinasien, Neuguinea, Süd- und Mittelamerika wieder nach Europa zurück.
Beurteilungstext Die Reise ist in Form eines Tagebuchs notiert, das von Francois geführt wird, das aber auch die anderen Passagiere mit Bemerkungen versehen. Es beginnt am 10. Januar 1931 und endet am 1. November 1931; nachdem sie ihren verschollenen Großvater auf einer einsamen Insel gefunden hatten.

Die Aufmachung des Buches besticht: Illustrationen ( das Luftschiff, dessen Technik, Landkarten, Tiere, Gebäude, Landschaften, Eingeborene ... ) sind auf jeder Seite zu finden und informieren über die einzelnen Etappen und die Erlebnisse. Eingestreute „Fern“-Gläser (Schiebebilder) holen Details heraus. Eingeklebte Briefumschläge und auch kleine Hefte enthalten weitere Einzelheiten.

Von der Grundidee her bietet die Erzählung viele Ansätze für spannende Momente: räuberische Tuaregs, Kannibalen, gefährliche Tiere ... Allerdings wird dieses Spannungspotenzial nicht ausgeschöpft; (zu) viele Episoden verflachen durch einen neutral-beschreibenden Stil; s. z.B. das Kapitel „Die Reise nach Kairo“: „...Wir landeten am Flussufer und aus dem Schutz der Vegetation heraus brachen wir auf, um die Pyramiden zu erkunden ... Wir unternahmen eine ausgiebige Besichtigung von Gizeh, dessen Baudenkmäler in unserem Logbuch auf der vorherigen Seite beschrieben werden. Dann ging es weiter nach Kairo. Dort fanden wir einen kleinen Antiquitätenladen, in dem wir einige Goldmünzen gegen Geld eintauschten. .... Wir konnten uns gut verpflegen und die Vorräte für die weitere Reise auffüllen ...“
Zuweilen stellt sich der Eindruck ein, dass die Fahrt im Graviton als Medium für eine belehrende Reise verwendet wird. Auch lässt sich nicht immer die Grenze ziehen zwischen fantastischer Erzählung (Graviton) und Realität.

Bei aller Vielfalt der Illustrationen - die einzelnen Seiten enthalten in der Regel viel zu viel Text, der dicht gedrängt das Papier füllt. Ein wenig Auflockerung (z.B. durch Absätze) würde den Seiten gut bekommen und auch das Lesen leichter machen. Die Seiten sind pastellfarben gehalten (leichtes Braun), z.T. mit Mustern oder Figuren unterlegt, so dass der Kontrast zum Text an manchen Stellen relativ gering ist und das Lesen auch physisch anstrengt.

Insgesamt ein nicht alltägliches Buch, das von der Idee her zu den Bänden von Jules Verne passt; das allerdings erzählerisch hinter dem Vorbild zurückbleibt.

Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 B+HJ, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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