GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Ellis, Ann Dee
Titel Es Tut Mir So Leid
Übersetzer / Originalsprache Plorin, EvaEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-522-20054-7 Reihe
Verlag Thienemann, Stuttgart, 2009
Seitenzahl 189 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
Inhaltsangabe Logan hat Probleme, weil er im Hause seines Freundes schreckliche Brutalität gesehen hat.
Beurteilungstext “Zurück zur Tagesordnung. Alles muss wieder normal werden, hat Dad gesagt” (S. 18). Aber Logan Palony ist es im Moment unmöglich so normal zu sein, wie die Familie es gern hätte. Logan empfindet sich als Versager, weil er seinem Besten Freund Zyler, als der in Not war, nicht geholfen hat. Zufällig hatte er mit ansehen müssen, wie Zylers brutaler Vater den Sohn zusammenschlug und die Freudin bedrohte, wie Zyler daraufhin den Vater lebensgefährlich verletzte. Doch als dann sein Freund mit der blutenden Cami vor Logans Haus stand und um Hilfe rief, hatte er sich nicht gerührt. Wohl auch aus Eifersucht, denn auch Logan fand Cami toll. - Sprechen kann Logan über die Ereignisse nicht. Er zieht sich in sich zurück und schweigt. “Ich bin gern im Keller, weit weg von allen anderen und basta” (S. 16). Seine Eltern bemühen sich aufopfernd um ihn. Die Familie zieht in einen anderen Stadtteil und die Mutter versucht in der neuen Nachbarschaft um Verständnis für ihren Sohn zu werben. aber das erweist sich als Fehler. D,ie Nachbarn sind falsch und verleumden Logan. In der Schule wird Logan von dem Nachbarsohn und dessen Freunden misshandelt und gemobbt. Er erträgt das schweigend. Es wirkt wie eine Buße, die er sich auferlegt hat. Der Mutter zuliebe begibt sich der junge in psychiatrische Behandlung. Ganz allmählich findet Dr. Benson Zugang zu ihm. Er rät ihm, alles aufzuschreiben. Aber auch Laurel, ein Mädchen aus der Klasse, das ihm vertraut und mit zur Schauspielgruppe nimmt, bringt ihn weiter, und macht ihm Mut. - Zum Teil wirkt das Buch wie eine Fallstudie. Logan ist der Erzähler. In der Ich-Form, in kurzen, einfachen Sätzen, schreibt er seine Geschichte auf. Was ihm wichtig ist, wiederholt er oft mehrmals, z. B. S. 169 den Schlüsselsatz “Es tut mir so leid”...unterbrochen von “Ich möchte sterben.” Das geht unter die Haut, wirkt authentisch und wahrhaftig. Viele unkommentierte Widergaben von Gesprächen ermöglichen dem Leser, sich selbst ein Bild zu machen von der Not des Jungen und der Gemeinheit einiger Mitmenschen. Logan erzählt nicht chronologisch; erst zum Schluss, als er bereit ist, sich zu öffnen, erfährt man, was in der Nacht eigentlich passiert ist. Dies und die vielen Andeutungen machen das Buch spannend. Rückblenden und unterschiedliche Zeitebenen erfordern jedoch Konzentration beim Lesen. Neben der Darstellung eines Einzelschicksals vermittelt das Buch interesante Einblicke in das Leben einer amerikanischen Familie der Mittelklasse.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 PF, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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