GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Gemke, Gerhard
Titel Die hohle Schlange, das Labyrinth und die schrecklichen Mönche von Bresel
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-8000-5375-9 Reihe
Verlag Ueberreuter, Wien, 2008
Seitenzahl 352 Preis 16,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe
Inhaltsangabe Den Hintergrund dieser Geschichte bildet die weit ins Mittelalter reichende Geschichte der Adligen von Burg Knittelstein; drei Kinder aus der Stadt und eins von der Burg treffen sich im geheimnisvollen Labyrinth.
Beurteilungstext Hauptakteure der Handlung sind vier etwa elfjährige Kinder: Ein Trio, zwei Jungen, ein Mädchen "Die Breselner Blagen, und Johanna, das Mädchen aus der über der Stadt thronenden Burg Knittelstein. Die unterirdische Verknüpfung von Stadt und Burg durch ein geheimes Labyrinth wird zum Motto des Buches, denn ebenso labyrinthisch verknüpfen sich die Lebenswelten und die Handlungen der Kinder. Sie begegnen sich im Labyrinth, dem gefährlichen Ort, veranlasst vom Treiben der Erwachsenenwelt, das sich in der Form von Giftmord, Raubüberfall, Umweltschädigung und Schatzgier darstellt.
Allerdings ist dieser Roman nicht als geschichtliche Hinführung zu dieser Zeit zu verstehen, denn alles wird durch die Ulkbrille betrachtet: Z.B. die mehrseitige comicartige Darbietung der Ahnengalerie. Die zeichnerischen Informationen (die Burgskizze, der handgezeichnete Stadtplan von Bresel, der geheimnisvolle Plan des Labyrinthes) geben dem Buch auch nichts Ernsthaftes. Mit Vorliebe schildert der Autor Versammlungen (Kirchengemeinde, Stadtratssitzung, Festteilnehmer), um Namen zu erfinden. Dabei verwendet er fast ausschließlich - das ist sehr ermüdend - Alliterationen: Der 'breite Bruder Bankratz', 'Bierbudenbesitzer Bruno Brubeck', 'Bäcker Blume'. Die Figuren sind comicartig
charakterisiert, wirken nicht lebendig:'Bäcker BartholomäusBlume...blinzelt durch die Brezelbrille'. Auch das Gaunerpaar: Ede, lang und dürr, und Carlo, klein und fett, stolpert (man wundert sich, dass viele Raubübnerfälle auf sein Konto gehen) durch slapstickartige Situationen. Die Sprache ist gespickt mit comicspezifischen Geräuschwörtern und man hat ständig ein Bild des sich gut unterhaltenden Autors vor sich, wenn er Sätze produziert wie:' DieQuerflöte der Henkersmahlzeit vibrierte in ihrem Ohrenschmalz'. Aber 345 Seiten Ulk sind nicht auszuhalten und sie lassen vermuten, dass der Autor ein Bild von kindlichem/r Leser/in pflegt, das mit “Hauptsache bunt und lustig” vollständig beschrie-
ben ist.
Das Buch ist weder jugendlichen Lesern zur Einzellektüre noch für den Unterricht zu empfehlen.
Bewertung

 nicht empfehlenswert

Rezensent

 KJü, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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