GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Stutz-Stocker, Marianne
Titel Die Weihnachtsäpfelchen
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Stutz-Stocker, Marianne
ISBN 978-3-85580-467-2 Reihe
Verlag Blaukreuz, Bern, 2009
Seitenzahl 48 Preis 13,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 4-5
6-7
Inhaltsangabe Urs und Lisa, zwei Stadtkinder, lernen auf dem Markt zwei Kinder vom Land kennen. Zwischen den Familien entspannt sich ein freundschaftlicher Austausch von gegenseitigen Besuchen. Dabei lernen die Stadtkinder das Landleben kennen.
Beurteilungstext Marianne Stutz-Stocker hat als Kindergärtnerin viele Bilder zu Geschichten gemalt. So entstand 1985 ihr erstes Bilderbuch, dem noch zwei weitere folgten. Liebevoll in vielen Einzelheiten gemalte Bilder, die das Leben in der Schweiz in Stadt und Land zeigen und in ihrer Art der Darstellung an Bücher aus den 50er Jahren erinnern, kennzeichnen das nun erschienene Buch “Die Weihnachtsäpfelchen”. Auch der Text wirkt wie in dieser Zeit entstanden: Familien, die als Großfamilien zusammenleben, singen, Mundharmonika spielen, wandern, sich schnell anfreunden. Kinder haben Pflichten und werden mit Moralvorstellungen liebevoll in festgelegten Bahnen erzogen. Der Text ist überwiegend darauf ausgerichtet, über das Landleben zu informieren. Um es etwas interessanter zu gestalten und kindlichen Lesern den Zugang zu erleichtern, erlebt der Leser mit den Stadtkindern das Landleben. So ergeben sich zwangsläufig viele Erklärungen. Weihnachten wird gebastelt, um mit dem Gewinn aus den Bastelarbeiten ein Kinderhilfswerk in Afrika zu unterstützen. Es fehlt fast nichts an vorbildhaftem Verhalten. Ein Junge, der durch eine wilde Fahrt mit seinem Roller einen Korb Äpfel umschüttet und einfach weiter fährt, empfindet Reue und kommt zurück, um beim Abwaschen der Äpfel zu helfen. An einer Bushaltestelle liegt Müll - die Kinder sammeln alles ein und befördern den Abfall in den Mülleimer. Auch wenn jede einzelne Tat sinnvoll und wünschenswert ist, wirkt die Ansammlung sehr erzieherisch. Gefühle sind nur unterdrückt zu erahnen.
Wenn man das Buch als ein Werk über vergangene Zeiten betrachtet und es den Kindern als solches vorstellt, mögen sie es interessant finden. Auf den Bildern gibt es viel zu entdecken und Kinder können neue Geschichten erfinden.
Auch wenn am Anfang die Äpfel den Kontakt zwischen den beiden Familien herstellen und am Ende Weihnachten gefeiert wird, ist der Großteil des Buches den Arbeiten und Sitten auf dem Bauernhof zwischen Sommer und Winter gewidmet.
Einige Ausdrücke aus dem Schweizerischen können von Hochdeutsch sprechenden Menschen nicht verstanden werden. Leider fehlt eine Erklärung.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 Schr, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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