GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Rutkoski, Marie
Titel Die Kronos Geheimnisse - Das Kabinett der Wunder
Übersetzer / Originalsprache Anrich, GeroldEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-570-13672-0 Reihe
Verlag cbj, München, 2009
Seitenzahl 350 Preis 16,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 10-11
8-9
12-13
Inhaltsangabe Mikael Kronos, ein meisterhafter Mechaniker, erhält von Prinz Rodolfo von Böhmen den Auftrag, in Prag die schönste Uhr der Welt zu bauen. Als „Dank“ nimmt der Prinz Mikael die Augen weg. Petra, die Tochter des Uhrmachers, nimmt diesen Diebstahl nicht hin. Sie begibt sich nach Prag um dem Vater die Augen zurückzuholen.
Beurteilungstext Dieser Roman liest sich zunächst wie eine Abenteuererzählung: Petra gerät auf der Suche nach den Augen ihres Vaters mehrfach in Gefahr: Sie muss sich in Prag behaupten, eine Stellung am Hof des Prinzen annehmen, die Augen ihres Vaters finden, diese dem Prinzen wegnehmen und zurück zu ihrem Vater gelangen. Zum Glück hilft ihr ein junger Roma, und auch bei Hof findet sie Verbündete, wenn sie auch deren Motive nicht immer einschätzen kann.

Ein großer Teil des Geschehens kreist jedoch um magische Fähigkeiten. Viele Personen, die in dieser Erzählung vorkommen, verfügen über die eine oder andere Zauberkraft. Mikael z.B. ist in der Lage mechanische Figuren - wie eine Spinne aus Zinn - zum Leben zu erwecken. Diese Spinne begleitet Petra auf ihrem Abenteuer und vermag ihr auch zu helfen. Petra selbst hat u.a. die Gabe das Zusammenspiel von Zahnrädern mit einem Blick zu erkennen, so kann sie selbst schwierigste Uhrwerke ohne Probleme in Gang setzen oder zerstören. Und diese Fähigkeit benötigt sie auch, denn die Uhr, die der Vater dem Prinzen gebaut hat, kann dazu verwendet werden das Wetter zu ändern; der Prinz möchte diese Kraft der Uhr dazu verwenden um andere Länder mittels Dürreperioden oder Überschwemmungen zu erobern.

Verblüffend ist anfangs, dass Mikael dem Prinzen das Wegnehmen der Augen nicht übel nimmt, denn der Prinz hat sie nicht zerstört sondern mit Magie entfernt. Er setzt sie sich hin und wieder selbst ein um die Welt mit „anderen“ Augen zu sehen. Mit diesen zum Teil überraschend ungewöhnlichen Ideen unterscheidet sich das Buch deutlich von anderen Fantasie-Erzählungen.

Und noch ein Aspekt spielt mit: Die Autorin baut in ihre Erzählung historische Anklänge ein: So gibt es z.B. in Prag eine Astronomische Uhr, die von Mikulas von Kadan und Jan Sindel gebaut wurde (http://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Uhr). Um diese Uhr ranken sich viele Sagen mit magisch-mythischem Inhalt. Auch der Prinz hat ein historisches Pendant, das von der Autorin im Anhang näher erläutert wird.

Wir finden: Ein Buch, das in einem Zug durchgelesen werden möchte!
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 B+HJ, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund