GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Garcia, Laura Gallego
Titel Die Kaiserin des blauen Lichts
Übersetzer / Originalsprache Layer, IlseSpanisch
Illustrator ---
ISBN 978-3-423-24776-4 Reihe dtv premium
Verlag dtv, München, 2009
Seitenzahl 256 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Fantasy
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe “Die Kaiserin des blauen Lichts”, so erfahren wir ganz am Ende des Romans, gibt es gar nicht. Es handelt sich vielmehr um einen gefräßigen Stern, der die verbliebenen Erdenbewohner unsterblich zu machen verspricht, ihnen dabei aber ihre Individualität und Identität raubt. Es gelingt Bipa, der jungen Hauptfigur, diesen Stern zu zerstören und die Sonne im wörtlichen und im übertragenen Sinne wieder über der Erde zum Leuchten zu bringen.
Beurteilungstext Die junge spanische Autorin hat schon diverse Jugendbücher geschrieben, wobei das vorliegende ihr aktuellstes Werk ist. In einer Mischung aus Märchen, Science-Fiction- und Anti-Utopie-Roman entwirft sie eine zweigeteilte Welt. Zum einen gibt es die kleine Gruppe der Höhlenbewohner, der Opaken, anscheinend die letzten Überbleibsel der Menschen auf der unwirtlichen, von Schnee und Eis bedeckten Erde. Hauptfigur ist Bipa, eine fleißige, sehr rational und pragmatisch agierende Jugendliche, die sich vor allem um den kargen Lebensunterhalt für sich und ihren Vater kümmert. Nach einiger Zeit bricht sie verantwortungsbewusst auf, um den etwa gleichaltrigen Aer zu suchen, der sich wie magisch angezogen fühlt von einem bläulich schimmernden Stern, der den Weg zum Schloss der Kaiserin weisen soll. Diese steht für die andere Gruppe der Protagonisten, die etwa in der Stadt aus Glas wohnen oder im Reich der Ätherischen aufzugehen sich anschicken. Diese Wesen zeichnen sich aus durch Unsterblichkeit, aber auch durch Gefühllosigkeit und Identitätsverlust. Nach abenteuerlichen Aktionen gelingt es Bipa schließlich, Aer und mit ihm die Menschheit zu retten und der Erde die Sonne zurückzuholen.
In der zweiten Hälfte nimmt der Roman philosophische Dimensionen an, es geht um Ewigkeit, verbunden mit dem Verlust der Eigenständigkeit; dem gegenüber steht der Bereich des Mitgefühls, der Wärme, Liebe, aber auch der Endlichkeit.
Diese Mischung aus verschiedenen Genres ist nicht uninteressant, allerdings konzeptionell nicht ganz stimmig entwickelt (Märchenhaftes und Anti-Utopisches reiben sich). Zudem ist eine nachlässige lektorale Betreuung festzustellen: Neben zahlreichen Z-Fehlern ist das Verb “wandeln” in sämtlichen grammatischen Erscheinungsformen durchgehend groß geschrieben!
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 ks, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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