GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Zafón, Carlos Ruiz
Titel Der dunkle Wächter
Übersetzer / Originalsprache Grüneisen, LisaSpanisch
Illustrator
ISBN 978-3-596-85388-5 Reihe
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2009
Seitenzahl 352 Preis 17,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Gruselgeschichte
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Als die fünfzehnjährige Irene mit ihrem Bruder und ihrer Mutter nach Cravenmoore zieht, ahnt sie noch nichts von den dunklen Geheimnissen des Herrn dieses Anwesens. Doch das Unheil lässt sich nicht lange bitten und schon bald muss Irene einsehen, dass Vieles nicht annähernd so ist, wie es scheint, und dass die Grenzen zwischen Realität und Fantastik an anderen Stellen verlaufen, als sie bislang angenommen hatte. Was und wie es geschieht, davon erzählt Zafons Roman "Der dunkle Wächter".
Beurteilungstext Nach dem Tod ihres Mannes nimmt Simone Sauvelle eine Stelle bei dem ehemaligen Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann an. Auf seinem schlossähnlichen Anwesen Gravenmoore soll sie den Haushalt führen. Ihre Tochter Irene und ihr Sohn Dorian folgen ihr und werden unbeabsichtigt Akteure ihre größten Abenteuers. Denn Lazarus Jann hütet ein dunkles Geheimnis, das eng mit seinem kometenhaften Aufstieg vom Straßenkind zum Spielzeugfabrikanten zusammenhängt. Seinem geheimnisvollen Gönner Daniel Hoffmann, einem teuflischen Verführer zur Treue verpflichtet, steht er unter dem absoluten Diktat der Lieblosigkeit seiner Welt gegenüber. In dem Moment, wo er sein Herz einem Menschen öffnet, ist es sein eigener Schatten, der sich verselbstständigend das Objekt der Liebe vernichtet. Als sich Lazarus und Simone vorsichtig näher kommen, nimmt das Unheil seinen Lauf. Nun müssen Dorian und Irene, an deren Seite sich der junge Fischer Ismael eingefunden hat, dem Schatten entgegentreten, um die Mutter und schließlich auch ihr eigenes Leben zu retten.
Wieder einmal entführt Carlos Ruiz Zafon seine Leser in eine Welt, in der das Jenseitige ganz unverhofft in den Alltag seiner Protagonisten einbricht und sie auf einem schmalen Grat zwischen Triumph und Verderben zu einem - schließlich einigermaßen glücklichen - Ende führt. Bevor das erreicht ist, gilt es dem Entsetzen zu widerstehen, das nicht nur den Helden der Geschichte den Atem zu nehmen droht. Auch der Leser fühlt sich gehetzt, das Ende und die damit verbundene Erlösung des rettenden Buchdeckels zu erreichen. So ist das Buch zwar nichts für zarte Gemüter, doch für Freunde des Schreckens ein absolutes Muss.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 mr, Sachsen-Anhalt

  in der AJuM Datenbank Ja
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