GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Raecke, Renate
Titel Der Rattenfänger von Hameln
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Zwerger, Lisbeth
ISBN 978-3-86566-083-1 Reihe
Verlag Minedition, Kiel, 2009
Seitenzahl 24 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Klassenlesestoff
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Sagen
Zielgruppe 8-9
6-7
10-11
Inhaltsangabe Die Neuerzählung der bekannten Sage der Gebrüder Grimm.
Beurteilungstext Renate Raecker erzählt in dem Bilderbuch "Der Rattenfänger von Hameln" die Sage der Brüder Grimm neu nach. Folgende rätselhafte Geschichte wird erzählt: Die Stadt Hameln wird von einer Rattenplage heimgesucht. Die Menschen leiden unter den Massen an Tieren, die ihre Häuser und Straßen eingenommen haben. Eines Tages taucht ein unbekannter Mann auf, der ihnen verspricht, sie von der Plage zu befreien. Als Lohn wird ihm Gold versprochen, selbst der Bürgermeister gibt ihm darauf sein Ehrenwort. Am folgenden Tag zieht der Rattenfänger mit seiner Flöte durch die Straßen und wie durch ein Wunder folgen die Tiere ihm und seiner Melodie. Er führt die Ratten hinaus aus der Stadt zur nahe gelegenen Weser, in der alle Tiere ertrinken. Obwohl die Stadt nun von den Ratten befreit worden ist, verweigern die Bürger dem Rattenfänger den zugesagten Lohn. Daraufhin rächte sich der Mann auf grausame Weise: Er kehrt eines Tages zurück in die Stadt und lockt alle Kinder mit Hilfe seiner Flötentöne hinaus aus ihren Elternhäusern, hinaus aus dem Stadttor bis hin zu einem nahe gelegenen Berg. Dort verschwinden alle 130 Kinder für immer.
Renate Raecker erzählt in einfachen kurzen Sätzen und beschränkt sich bei der Erzählung auf das Wesentliche. Jede Doppelseite umfasst einen kurzen Textabschnitt (linksseitig) sowie eine entsprechende Illustration (rechtsseitig). Der Text ist dabei in der Regel im oberen Drittel der Seite abgebildet. Im unteren Teil der linken Textseite befindet sich zudem eine kleine Illustration. Diese zeigt den Handlungsverlauf der Geschichte noch einmal in Kürze: Zunächst wurde eine einzelne Ratte abgebildet, auf der nächsten Seite eine ganze Reihe von Tieren, die schließlich fressen und spielen und letztendlich der Musik folgen (es sind nur noch die Rattenschwänze zu sehen). Die Schrift ist groß und kann durchaus auch von Erstlesern bewältigt werden. Die Bilder des Buches sind in weichen, gedeckten Farben gehalten. Zum Abschluss der Geschichte gibt Raecke einen kurzen Einblick in die historische Erzählung des Rattenfängers und gibt mögliche Rückschlüsse auf die Entstehung.
Die Sage der Brüder Grimm gibt deutliche Aufschlüsse über den Zeitpunkt der Geschehnisse. Konkret wird das Jahr 1284 und sogar das Datum 26. Juni benannt. Auch Raecke greift die Daten auf und verweist in ihrer Erzählung immer wieder auf die Sage ("der Sage nach war es im Jahr…"). Dadurch geht teilweise der Erzählcharakter etwas verloren.
Alles in allem eine sinnvolle Neuerzählung der bekannten Sage, meiner Meinung nach aber aufgrund der Thematik eher für fortgeschrittene Leser (ab 3. Schuljahr) geeignet.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 AS, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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