GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Bomann, Corina
Titel Der Pfad der roten Träume
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-8000-5498-5 Reihe
Verlag Ueberreuter, Wien, 2009
Seitenzahl 317 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Historische Erzählung
Zielgruppe 12-13
ab 18
Inhaltsangabe Zwei 15-jährige Bristoler Waisenmädchen wagen im Jahr 1875 den mutigen Schritt, alleine und ohne Plan nach Australien auszuwandern. Dort werden sie vom Hospital aufgenommen und bekommen Arbeit. Unweigerlich geraten sie in die Auseinandersetzungen zwischen weißen Herrenmenschen und den Aborigines. Der Typhus kostet Anne das Leben, Lucy findet einen Freund, zieht auf dessen Farm, aber sie müssen vor den Rassisten fliehen, weil sie sich auf die Seite der Ureinwohner stellen.
Beurteilungstext Zwei Positionen finde ich - historisch betrachtet - etwas problematisch an diesem spannenden, durchaus nicht reinen Mädchenbuch: Wie problemlos die beiden Mädchen mit 15 Jahren ausreisen können - so etwas kann ich mir nicht vorstellen, auch wenn beide keine Familie mehr hatten, und die Klarheit, mit der die beiden Mädchen und alle ihre Freunde im Australien des Jahres 1875 den Rassismus verurteilen. Wenn man sich zeitgenössische Literatur anschaut, liest man Anderes.
Gleichwohl, heute sind die Fronten geklärt, so wie es hier in diesem Abenteuerbuch beschrieben wird: Es gibt noch Rassisten, aber die sind in der Minderheit. Und was man in einem fremden Kontinent alles von den Ureinwohnern lernen kann, wird den beiden Mädchen und damit den Lesern deutlich vor Augen geführt. Dumm wäre der, der sich nicht damit auseinander setzt.
Anfangs werden die Neuankömmlinge von säuerlichen Krankenschwestern vor den wilden Tieren gewarnt, die sie in der jungen Siedlung Perth erwarten - bald aber müssen sie lernen, dass wirklich etwas daran ist. Das Klima hat Konsequenzen, eine ist, dass Wunden schlechter verheilen und man erheblich sorgfältiger mit Verletzungen umgehen muss als in Europa. In dem Arzt, der ihnen derlei gleich zu Anfang beibringt, gewinnen sie einen großen Freund, allerdings auch er kann nicht (1875!) verhindern, dass Anne dem Typhus erliegt, unterschwellig wird erklärt, dass sie zu wenig von den fremden, ihr ungewohnten Früchten gegessen hat, deren Vitamine sie benötigt hätte. Aber Lucy scheint mit allem gut klar zu kommen und geht mutig gegen die Bande des Ortskings vor, der die Aborigines regelrecht verfolgt. Mehrfach geht sie dazwischen und kann dann doch nicht verhindern, dass die Bande die Farm ihres Freundes abbrennt, nur durch Zufall entkommt sie und wird von Aborigines wochenlang gepflegt, bis sie zu ihren Freunden zurückkehren kann.
Den Leser erwartet mit diesem Abenteuerroman eine spannende und unterhaltsame Lektüre, quasi ein Einstieg in den Kontinent Australien, nebenbei auch noch eine zarte erste Liebesgeschichte. Hinzu kommen anschauliche Landschaftsbilder und das Gefühl der Freiheit als Gegenpol zu der puritanischen Enge ihres Zuhauses in Bristol.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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