GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Beckett, Bernhard
Titel Das neue Buch Genesis
Übersetzer / Originalsprache Gallus, ChristineEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-8390-0103-5 Reihe
Verlag Script 5, Bindlach, 2009
Seitenzahl 172 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe ab 18
Inhaltsangabe Die “Neue Genesis” der Menschheit stellt Beckett in Form einer Prüfung dar. Ende des 21. Jahrhunderts steht Anaximander vor einer Prüfungskommission, weil sie in die alles Leben regelnde Akademie aufgenommen werden will. Nur fünf Stunden hat sie Zeit, über Adam zu berichten, der entgegen den Gesetzen eine in Seenot geratene junge Frau rettet, schuldig wird und sich im Gefängnis im Gespräch mit dem Maschinenmenschen Art über die Philosophie der modernen Welt auseinandersetzt.
Beurteilungstext Anaximander, genannt Anax war sich sicher, dass sie die Geschichte des Adam Forde seit ihrer Kindheit sehr gut kennt und daher keinerlei Schwierigkeiten hat, der namenlosen Prüfungskommission der Akademie Rede und Antwort zu stehen. In dem erfundenen Land dürfen keinerlei menschliche Wesen von außerhalb wegen der großen Infektionsgefahr aufgenommen werden. Wachmänner müssen Eindringlinge sofort töten. Doch Adam zeigt verbotene Emotionen. Er bringt seinen Kollegen hinterrücks um und rettet ein junges Mädchen, das er in einer Höhle versteckt hält. Dadurch macht er sich strafbar und wird ins Gefängnis geworfen.
Mittels eines Hologramms, das Anax selber erstellt hat, berichtet sie den Prüfern von den teils philosophischen , teils anthropologischen und biotechnischen Gesprächen zwischen dem Maschinenmenschen Art und Adam. Die letzte Lebensphase des Adam kennt offenbar Anax nicht. Darum wird ihr ebenfalls durch ein Hologramm seitens der Prüfer dieser Abschnitt leibhaftig vor Augen geführt. Dabei erkennt sie, wie Adam ganz anders handelt, als es in ihrer Vorstellung lebt: Sie erfährt, dass er sich gegen das System aufgelehnt hat.
Die Erzählweise ist sehr zäh und langatmig. Durch Häufung von philosophierenden Passagen werden Jugendliche unter 18 Jahren die Lektüre bald beenden. Die formale Struktur der Prüfungssituation stört eher den Spannungsaufbau als dass sie ihn begünstigt. Der Gedanke, dass sich auch in einer “neuen Welt” der Ablauf der
Menschheitsgeschichte ähnlich unserer erfahrenen wiederholen werde, ist zwar interessant, aber in dem vorliegenden Buch viel zu sehr konstruiert. Damit begründe ich die Entscheidung, dass das Buch nur “eingeschränkt zu empfehlen” ist.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 frisch, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund