GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Napoli, Donna Jo
Titel Das geheimnisvolle Lächeln
Übersetzer / Originalsprache Braun, AnneAmerikanisch
Illustrator
ISBN 978-3-596-85378-6 Reihe
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2009
Seitenzahl 365 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Historische Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Elisabetta, die 15-jährige Tochter eines Florentiner Landadligen, liebt die Arbeit in der Seidenzucht ihres Vaters mehr als die Feste der Reichen. Da Vinci, ein Freund der Familie, macht sie auf einem Ball mit Giuliano de' Medici bekannt. Doch diese junge Liebe hat in der mittelalterlichen Politik voller Intrigen keine Chance. Obwohl ihre Wege sich trennen, gibt der junge Medici beim Meister ein Werk in Auftrag, das das schönste Lächeln auf der Welt bewahrt, das Lächeln seiner Mona Lisa.
Beurteilungstext Über Leonardo da Vincis berühmtes, aber unsigniertes und undatiertes Gemälde gibt es keine gesicherten Fakten. Die Identität der Frau ebenso wie viele Daten der Familie Medici sind strittig. Deshalb schrieb Donna Jo Napoli ihre romanhafte Erzählung aus dem Bild heraus. Immer wieder betrachtete sie das Bild und versuchte, in den Augen, dem Mund und dem Lächeln zu lesen. So entstand eine bezaubernde Liebesgeschichte, die sich überall dort auf historische Grundlagen stützt, wo sie überliefert sind und als verbürgt gelten. Das trifft besonders auf die politischen, religiösen und kulturellen Vorgänge im Florenz des Jahrhunderts sowie auf die wichtigsten historischen Figuren zu.
Der verbliebene Platz in der Geschichte wird von der Autorin mit viel Liebe zum historischen Detail und mit Einfühlungsvermögen in die Gedankenwelt einer jungen Frau gefüllt. Das Angebot an Identifikationsfiguren und Parallelen zum heutigen Lebensalltag ist vielfältig. Dank einer klaren, anspruchsvollen und doch jugendlichen Sprache, die etwas historischen Atem besitzt, lebt man in der Familie des Landadels. Man leidet mit Elisabetta mit bei allen Schicksalsschlägen der Familie, erlebt die tiefe Sehnsucht der ersten Liebe und begehrt mit ihr auf gegen die offenbar veralteten und strengen Ansichten ihres sonst so verständnisvollen Vaters.
Die Ich-Erzählerin erreicht das auf Kosten einer eingeschränkten Erzählweise, die dafür nicht alle politischen und gesellschaftlichen Ereignisse überblickt. Da hier die Liebes- und Lebensgeschichte des Mädchens im Mittelpunkt steht, das später einmal als "La Gioconda" Weltruhm erlangt, wird dieser Einwand nebensächlich.
Die gelungene Mischung von historischer Eingebundenheit und phantasievoller Liebesgeschichte macht das Buch lesenswert für die Zielgruppe junger Frauen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Wa, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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