GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Friesen, Gayle
Titel Das auch noch
Übersetzer / Originalsprache Anrich & Instinsky-AnrichEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-941087-32-3 Reihe
Verlag Jacoby & Stuart, Berlin, 2009
Seitenzahl 208 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 12-13
16-17
14-15
Inhaltsangabe Jes ist 15, redet gnadenlos viel ohne die Folgen bedenkend, ist eng befreundet mit Dell und lebt in einer Patchwork-Familie. Ihr neuer Stiefvater zieht zu ihnen, dessen Tochter folgt. Und die ist das Gegenteil von Jes, vor allem aber bildhübsch. Dass sie dennoch nüchtern denken kann, zeigt sie fehlerlos, als es darum geht, Dell zu retten. Die Geburt einer kleinen Schwester löst erst fast eine Katastrofe aus, kittet aber letztlich die neue Familie zusammen.
Beurteilungstext Jes redet sich immer wieder um Kopf und Kragen, es ist wirklich unglaublich, was diesem viven Mädchen alles einfällt, das diese Ich-Erzählung wie einen Wasserfall über die Leserin herniedergießt. Da aber nicht nur die Erzählung, sondern auch die Dialoge durch ihren sprühenden Witz und hemmungslose Offenheit geprägt sind, gerät sie immer wieder in ausweglos erscheinende Situationen, schafft es dennoch genauso wieder, sich darauszureden.
Wortwitz - übrigens hervorragend und vermutlich recht frei übersetzt, so dass man kaum bemerkt, dass es sich um eine angelsächsische Geschichte handelt - und Situationskomik machen diesen reinen Mädchenroman zu einem Lesegenuss, nicht nur für Mädchen.
Ich möchte gar nicht weiter auf die Mädchenplänkeleien eingehen, besonders erwähnenswert erscheint mir hier die schöne Stiefschwester Angela, ein Bild von einer jungen Frau, mit einer Mutter, die kaum älter und mindestens ebenso schön erscheint - erst beim näheren Hinsehen erkennt man die Zuhilfenahme von Botox & Co. Angela benimmt sich genauso wie sie aussieht (und geht Jes, ihrem absoluten Gegenbild, damit besonders auf die Nerven). Aber als der Freundin Dell Unbill droht, weiß sie sofort, was zu tun ist, überschreitet sämtliche Gebote und tut intuitiv das einzig Richtige. Nur mit wenigen Worten wird der Leserin klar, dass das eine Vorgeschichte hat, die besser nicht erzählt werden sollte.
Die anderen Bestandteile der Erzählung sind amüsant bis dramatisch (Party, erstes Date, beide misslingen; Schule und merkwürdige Lehrer; Geburt des Schwesterchens; die beiden Väter; die ewige Baustelle in der Wohnung etc.) und gute Zutaten - irgendwie wird jede sich in einzelnen oder auch mehreren Punkten wiedersehen.
Über allem aber liegt die Sprache, der Spaß am Wortwitz, immer wieder inhaltlichen Überraschungen und damit am Lesen.
Wenn alle Mädchenbücher so wären, würde ich sie glatt alle lesen.

N.B.: Irgendeiner der am Druck Beteiligten - gibt es noch Setzer? - steht gelegentlich mit dem dass/das auf Kriegsfuß.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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