GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor WALLNER, Michael
Titel Blutherz
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-570-16046-6 Reihe
Verlag cbj, München, 2009
Seitenzahl 312 Preis 15,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Als die 17-jährige Sam die schönen und reichen Teddie kennenlernt, ändert sich ihr Leben vollständig. Erst als sie von der großen Liebe schwanger ist, merkt Sam, dass ihr Liebster ein Vampir ist und sie nur Mittel zum Zweck für das uralte Vampirgeschlecht – wäre da nicht der vegetarisch lebende, jüngere Bruder...
Beurteilungstext Hält der Leser das Buch in der Hand, denkt er unweigerlich, dass sich ein weiterer Vampirroman in die unübersichtliche Reihe von „Bis(s)“-Nachfolgern einreiht. Obwohl Parallelen bestehen, ist Wallner aber ein weitgehend eigenständiges Werk gelungen.
Der Erzähler erzeugt zu Beginn eine düstere Atmosphäre, indem er die Handlung in ein vollgestopftes Zimmer des dritten Untergeschosses in einem Londoner Krankenhauses verlegt und die 17-jährige Lernschwester Sam einen schlimmen Alptraum haben lässt.
Weniger gelungen als der Einstieg sind aber die ersten Treffen der Protagonistin mit weiteren Figuren: Die Rollen sind zu offensichtlich, gerade was Teddie/Tadeusz betrifft, werden gängige Stereotype der Sagenfigur „Vampir“ eingesetzt. Das soll vielleicht subtil wirken, misslingt aber, denn allzu deutlich sind die Anleihen von anderen Werken, insbesondere bei Stephenie Meyer: reich, überirdisch schön, superstark, seltsames Essverhalten. Als Sam dann nach der ersten gemeinsamen Nacht noch guter Hoffnung ist und einen Vampirspross erwartet, fragt sich der bewanderte „Bis(s)“-Kenner, ob nicht auch bald die Werwölfe auftreten. Aber weit gefehlt, denn ab hier zeigt Wallner sein eigenes Potenzial. Gekonnt stellt er den inneren Konflikt Sams dar, ihre Hin- und Hergerissenheit zwischen Liebe und Abscheu, als ihr klar wird, dass sie für Teddies Familie nicht viel mehr als ein Gefäß für den Vampirnachwuchs ist. Einzige Anleihe von Meyer ist dabei die Figur des „vegetarischen“ Vampirs in Form von Teddies Bruder Richard, der zu Sams Retter wird.
Insgesamt gelingt Wallner eine spannende Erzählung, in der er den Vampirmythos mit Sagen um die Pikten, die Ureinwohner Schottlands, und einen Geheimbund „Die Ritter Fortrius“ verbindet. Damit werden auch die Handlungsorte vorgegeben, die von London über Schottland ins „Vampirkernland“ Transsylvanien führen.
Und obwohl Sam sich am Ende offenbar für Richard entscheidet, bleibt offen, wie es mit ihrem Sohn weitergeht – eine Fortsetzung in Abhängigkeit von den Verkaufszahlen scheint also nicht ausgeschlossen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 str, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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