GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Eggers, Dave
Titel Bei den wilden Kerlen
Übersetzer / Originalsprache Wasel, UlrikeAmerikanisch
Illustrator Sendak, Maurice
ISBN 978-3-86717-533-3 Reihe
Verlag Hörverlag, München, 2009
Seitenzahl 5 CD 383 min Preis 19,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Audio-CD Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe 8-9
10-11
6-7
Inhaltsangabe Im Roman, der das Bilderbuch von Maurice Sendak zum Vorbild hat, ist Max etwas älter geworden, aber immer noch der ‘wilde Kerl’, der von den Menschen seiner Umgebung geliebt werden möchte, sich jedoch oft unverstanden sieht. Beim Spiel und in der Auseinandersetzung mit seinen Monstern lernt er es, sich auch in die Beweggründe anderer Personen hineinzuversetzen.
Beurteilungstext “Wo die wilden Kerle wohnen” heißt das Bilderbuch von Maurice Sendak, das im Original 1963 in Amerika erschien und 1967 bei Diogenes ins Deutsche übersetzt wurde, dem erfolgsverwöhnten Verlag, bei dem man sich aber sicher nicht hatte träumen lassen, dass ein Bilderbuch weltweit über 19 Millionen mal verkauft würde.
Nun liegen nahezu gleichzeitig ein Roman, das Hörbuch dazu und die Verfilmung vor. Doch das Bilderbuch behauptet sich weiterhin, wie auch schon neben der in den letzten Jahren entstandenen Bühnenfassung. So lapidar und klar die Sprache des Bilderbuches, so kuschelig wie verstörend die Monster. Die Fantasie des tobenden Max ist so genial in Wort und Bild gefasst, dass Erwachsene den kleinen Lesern nichts zu erklären brauchen.
Ein mutiges Unterfangen war es somit, einen Roman zum Bilderbuch zu schreiben, bei dem die Gefahr besteht zu viel zu zerreden. Doch Dave Eggers hat am Bilderbuch ‘entlang erzählt’. Er entwirft die heute typische Konstellation einer Restfamilie mit Mutter, pubertierender Schwester und 8-jährigem Max (älter als im Bilderbuch), der sich mit den Freunden seiner Schwester Claire eine Schneeballschlacht liefert und - da sie ihn nicht unterstützt - sich rächt indem er ihr Zimmer unter Wasser setzt. Max flüchtet in einem Segelboot. Auch hier hat er mit seiner Wut und seinen Ängsten zu kämpfen, die sich in den Monstern, den Spiegelbildern seiner Gefühle, manifestieren. Diese sehen aus wie ihre Vorbilder bei Sendak, haben Namen und können sprechen. Sie erkennen Max zunächst willig als ihren König an, aber mit ihren Wünschen nach Unterhaltung haben sie ihn bald überfordert. Jeder gutgemeinte Versuch endet schnell in einer Sackgasse und so lernt Max von allein, welche Folgen seine Taten haben.
Das Hörbuch lässt alle bekannten Bilder neu im Kopf entstehen. Trotz der Länge von 5 CDs ermüdet man nicht , sondern fragt sich, wie Max es in der Romanfassung schafft , nach Hause zurückzukehren. Die suggestive Stimme von Sprecher Dietmar Bär ist einfach kongenial. Er verleiht den einzelnen Personen dank nuancierter Sprache Leben und lässt selbst die unzufriedene Ziege nicht zur Karikatur werden.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 OAL, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund