GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Streatfeild, Noel
Titel Ballettschuhe
Übersetzer / Originalsprache Brender, IrmelaEnglisch
Illustrator Kunert, Almud
ISBN 978-3-551-55562-5 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 266 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Pauline, Petrova und Posy sind die drei sehr verschiedenen Fossil-Schwestern. Sie wohnen zusammen mit ihrem Vormund Sylvia und ihrem Kindermädchen Nana im London der 1930er Jahre. Da ihr Großonkel schon seit vielen Jahren verschwunden ist, wird das Geld immer knapper und die Schwestern müssen lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.
Beurteilungstext Bei dem Titel "Ballettschuhe" denkt man wohl zuerst an eine reine Mädchengeschichte, bei der sich alles nur ums Tanzen dreht. Doch ist dies viel mehr die Geschichte der drei Fossil-Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und sich doch in einem gleichen: sie kämpfen hart für die Erfüllung ihrer Träume.
Da ihr Großonkel schon seit vielen Jahren verschwunden ist, wird das Geld im Hause der Fossils immer knapper. Ihr Vormund Sylvia beschließt daraufhin einige Zimmer des Hauses zu vermieten, und so ziehen eine Ballettlehrerin, zwei pensionierte Professorinnen und das Ehepaar Simpson bei ihnen ein. Zum Glück für die Kinder, denn nun lernen sie bei den Professorinnen als Ersatz für die Schule. Mr. Simpson ermöglicht es Petrova ihrem Hobby, Autos und Flugzeugen, nachzugehen und dank der Ballettlehrerin besuchen alle drei Mädchen kostenlos eine Ballett- und Schauspielschule, denn die Schauspielerei ist die einzige Möglichkeit schon als Kind Geld zu verdienen und dies ist in der Familie immer knapp. In dieser Schule entdecken Pauline das Theater und Posy das Tanzen für sich. Aus Vernunft lernt auch Petrova hier, um auch später einmal zum Unterhalt beitragen zu können.
Das Buch ist eine Plädoyer für die Selbstständigkeit der Frau. Schon mit ihren 12 Jahren beginnen zunächst Pauline, später auch Petrova zu arbeiten. Dies zeigt sehr eindrucksvoll, dass sich jeder seinen Platz in der Gesellschaft hart erarbeiten muss. Diese Geschichte erzählt wie wichtig Idealen wie Nächstenliebe, Freundschaft und Familie sind. Und so verzichten Pauline und Petrova zunächst auf Selbstverwirklichung um ihrer Familie einmal ein besseres Leben in Wohlstand und mit neuen Freiheiten zu ermöglichen.
Beim Lesen des Buches fühlt man sich in eine andere Zeit zurück versetzt, in der es noch keine Schulpflicht gab und Kleidung selber genäht werden musste. Trotzdem kann man sich gut in die verschiedenen Charaktere hineinversetzten.
Das Buch ist mit viel Liebe und Humor geschrieben worden und bietet einige Ansätze zum Nachdenken und so ist es auch für Kinder von heute eine wunderschöne Geschichte.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 kg, Sachsen-Anhalt

  in der AJuM Datenbank Ja
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